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Person record

Wolf Kurt Ernst Adalbert von Pfuel

* 4 December 1809 · Berlin† 9 August 1866 · Pohrlitz bei Brünn
♂
Gender
male
Birth
4 December 1809 · Berlin
Death
9 August 1866 · Pohrlitz bei Brünn
Burial
Schloss Jahnsfelde
Age
56 years

Geboren am 4. Dezember 1809, gestorben am 9. August 1866 im Kantonnement Großhof bei Pohrlitz. Sohn des Ernst Heinrich Adolf von Pfuel (1779–1866), der 1848 preussischer Kriegsminister und Ministerpräsident war, Freund Heinrich von Kleists und Begründer des militärischen Schwimmunterrichts. Der Sohn schlug die Kavallerielaufbahn ein und wurde Generalmajor und Kommandeur der zweiten schweren Kavallerie-Brigade; ein Geschichtskalender von 1876 nennt ihn »einen der tüchtigsten Reitergenerale«. Er starb nicht im Gefecht. Der Feldzug von 1866 endete für viele preussische Verbände in einer Choleraepidemie, und sie traf auch die Führung: »Zwei preussische Heerführer, Wolf von Pfuel und von Clausewitz, fielen ihr zum Opfer«, schrieb eine Zeitung 1891 im Rückblick. Vater und Sohn starben im selben Jahr, der Sohn im August im Feld, der Vater im Dezember in Berlin. Seine Tochter Klara heiratete 1868 Konrad von Gerlach.

WO ER LAG UND WIE ER NACH BERLIN KAM

Der Begräbniseintrag liegt in Brünn. Das Sterbebuch der Pfarre Pohořelice verzeichnet ihn als »Wolf, Curt, Ernst, Adalbert von Pfuel, Generallieutenant und Commandeur der II. schweren Cavallerie-Brigade«, protestantisch, fünfundfünfzig Jahre, Todesart Cholera: gestorben am 9., begraben am 10. August 1866, Haus 134. Ein evangelischer Pastor hielt die Feier, der katholische Ortspfarrer trug sie am 20. August nach. Auf denselben Seiten stehen rund fünfzig preussische Soldaten, die in denselben drei Wochen an derselben Seuche starben, viele aus Hinterpommern. Das Kantonnement Großhof bei Pohrlitz, in dem er starb, war ein erzherzoglicher Fohlenhof – seine Stallungen gaben der Brigade Quartier.

Vier Monate lag er dort. Am 12. Dezember 1866 kam Wilhelm Schroeder aus Düsseldorf, sein früherer Diener, von den Kindern des Verstorbenen geschickt, mit der Bewilligung der mährischen Statthalterei vom 15. November. Am Nachmittag des 13. Dezember wurde der Sarg in Gegenwart des Ortspfarrers, des Bürgermeisters und des Arztes gehoben. Der äussere der beiden Zinnsärge war schadhaft, weil das Grab nicht ausgemauert war; ein Klempner lötete ihn zu. Gegen Abend ging die Fracht nach Vranovice zum Bahnhof und von dort über Oderberg nach Berlin, für hundertneunundvierzig Gulden. Zehn Tage vor dieser Hebung war in Berlin sein Vater gestorben, Ernst von Pfuel, 1848 wenige Wochen preussischer Ministerpräsident, im achtundachtzigsten Lebensjahr.

Quellen: Moravský zemský archiv Brno, Sbírka matrik, röm.-kath. Pfarre Pohořelice, Sterbematrik 1784–1873, Buch 3224, fol. 396, Nr. 87; Moravská orlice (Brünn), 22. Dezember 1866; Prager Zeitung, 4. Dezember 1866.

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