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Person record

Friedrich Wilhelm Karl von Kröcher

* 10 March 1782 · Lohm† 12 January 1861 · Vinzelberg
♂
Gender
male
Birth
10 March 1782 · Lohm
Death
12 January 1861 · Vinzelberg
Age
78 years

Landesdirektor der Altmark und Landrat des Kreises Gardelegen, Herr auf Vinzelberg und Deetz in der Altmark, auf Vollenschier und auf Plutowo, Falenczin und Gluchowo in Westpreussen. Geboren 1782, gestorben am 12. Januar 1861.

Geboren wurde er am 10. März 1782 auf Lohm in der Prignitz, als ältester von sechs Söhnen. Herbst 1796 kam er auf das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, Ostern 1800 auf die Universität Halle, ein Jahr darauf nach Erlangen. Sein Examen bestand er am 15. März 1804, und er trat als Referendar in die kurmärkische Kriegs- und Domänenkammer ein – in dieselbe Behörde, deren Präsident Carl Friedrich Leopold von Gerlach war. Vierundfünfzig Jahre später heiratete seine jüngste Tochter dessen Enkel.

Am 3. Juli 1806 schied er aus dem Dienst. Vier Wochen zuvor, am 5. Juni 1806, hatte er das Rittergut Plutowo im Culmer Lande gekauft; wenige Monate darauf brach der Krieg mit Frankreich aus, und Napoleons Heere überschwemmten auch das Culmer Land. Nach dem Tilsiter Frieden lernte er bei einem Verwandtenbesuch Sophie Gräfin von Alvensleben kennen und heiratete sie am 20. Juli 1808 auf Erxleben. Sein Schwiegervater kaufte für ihn die Rittergüter Vinzelberg, Deetz und Käthen in der Altmark und verpachtete sie ihm; 1817 kaufte er sie ihm ab. Später kamen im Culmer Lande Falenczyn und Gluchowo hinzu, in der Altmark Vollenschier und die Kröpelwarthe.

Im Landratsamt des Kreises Gardelegen begann mit ihm eine Kette. Nach dem Krieg baten die Stände, ihn zum Landrat zu ernennen; das Amt trat er am 1. Juli 1816 an und legte es am 1. September 1842 nieder. Ihm folgte sein eigener Sohn Friedrich Wilhelm, und als der 1861 den Abschied nahm, folgte diesem Jakob von Gerlach, der Mann seiner jüngsten Tochter. Fünfundvierzig Jahre blieb das Amt damit in einer Familie und ging dann durch eine Heirat weiter. Den Titel Landesdirektor erhielt er am 17. April 1839, noch im Amt; 1854 wurde er Rechtsritter des Johanniterordens, 1856 Ritter des Roten Adlerordens erster Klasse.

Am 10. September 1858 stiftete er aus Vinzelberg, Deetz und Käthen mit den Vorwerken Wilhelmshof und Wendisch-Börgitz die »Fideikommiß-Herrschaft Vinzelberg«; die landesherrliche Bestätigung kam am 21. März 1859. Er starb am 12. Januar 1861 auf Vinzelberg.

Über sein Sterben ist ein eigenes Buch gedruckt worden: »Lebenslauf, Tod und Beisetzung Friedrich Wilhelm Carls von Kröcher, weyland Königlich Preußischen Landesdirektors und Landraths des Kreises Gardelegen … auf Vinzelberg und Vollenschier … Erbherren«, erschienen 1862. Er ist der Schwiegervater Jakobs von Gerlach. Aus seinem Nachlass kamen die Güter, die unter Plutowo und Vollenschier beschrieben sind – kröchersches Gut, das für eine Generation an einen von Gerlach fiel und mit dessen kinderlosem Tod wieder aus der Familie verschwand. Das Brünner Taschenbuch führt ihn im Artikel seines Hauses mit eben diesem Besitz auf; Vollenschier in der Altmark steht dort unter dem Besitz der von Kröcher »seit 1854«.

Karoline Ehrengard, geboren am 13. Juli 1821, heiratete Udo von Alvensleben auf Wittenmoor – ein Gut eine knappe halbe Meile vom Elternhaus entfernt. Ida Sophie, geboren am 13. August 1830 auf Vinzelberg, heiratete am 21. Mai 1858 ebendort Jakob von Gerlach. Der Sohn August Hennig baute Schloss und Kirche von Vollenschier.

Er starb vier Monate, bevor sein Schwiegersohn das Landratsamt des Kreises Gardelegen übernahm. Über die Teilung seines Nachlasses liegt eine Akte im Gutsarchiv Erxleben, Laufzeit 1861 bis 1905 (Landesarchiv Sachsen-Anhalt, H 66 Nr. 1052); sie steht dort, weil seine Frau eine geborene Gräfin von Alvensleben aus dem Hause Erxleben war.

Quellen: Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser (Brünn: Buschak & Irrgang, ab Jahrgang 10 Friedr. Irrgang), Artikel von Kröcher, Jahrgänge 1877 und 1889; Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts der Herren von Kröcher, 1852; Landesarchiv Sachsen-Anhalt, H 66 (Gutsarchiv Erxleben II) Nr. 1052.

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