Person record
Romillo Max Konrad von Gersdorff
- Gender
- male
- Birth
- 1894 · Stötterlingen
- Death
- 29 August 1914 · Colonfay-le-Sourd
- Age
- about 20 years
Gefallen am 29. August 1914, im ersten Kriegsmonat. Geboren 1894 in Stötterlingen als ältester Sohn Max Robert Hermann Arthurs von Gersdorff und der Renata geborenen von Gerlach; gestorben bei Colonfay-le-Sourd.
Die amtliche Verlustliste führt ihn unter »Gersdorff, v. – Romillo« beim 3. Garde-Regiment als tot: preußische Liste Nr. 36, Ausgabe 53 vom 27. September 1914, Seite 536. Vier Wochen lagen zwischen seinem Tod und der Bekanntmachung.
Zwei Monate später, am 2. November 1914, starb auch sein Vater. Die Mutter, Renata von Gerlach, verlor in einem einzigen Kriegsjahr den Mann und den ältesten Sohn und lebte danach noch zweiunddreissig Jahre. Ihre beiden anderen Söhne, Botho (1898) und Hans-Gero (1902), überlebten den Krieg.
Quelle: Verlustlisten Deutsches Reich 1. Weltkrieg (des.genealogy.net), Preußen 36, Ausgabe 53 vom 27. September 1914, Seite 536.
WO ER LIEGT
Sein Grab ist bestimmt. Er liegt auf der deutsch-französischen Kriegsgräberstätte Le Sourd im Département Aisne, die auf Weisung Wilhelms II. für das Garde-Korps angelegt und 2023 in das Welterbe der UNESCO aufgenommen wurde. Sein Name steht auf dem Denkmal des 3. Garde-Regiments zu Fuss, und er hat einen eigenen Gedenkstein: »2. Mai 1894 Stötterlingen, Harz« und »28. August 1914 bei Colonfay«, Kompanie 3./3. G.R.z.F. Das gedruckte Friedhofsbuch von 1918 hält den Bau fest: begonnen im Dezember 1915, die Umbettungen im Frühjahr 1916, die Weihe am 13. April 1916. Auf der hinteren Hälfte der Hauptterrasse liegt das Feld des 3. Garde-Regiments zu Fuss. Sein Denkmal nennt fünf Offiziere, und der fünfte Name ist der seine: »Es starben den Heldentod am 29.–30. August 1914 oder erlagen ihren Wunden Major von Zedlitz, Hauptmann Frhr. von Falkenstein, Hauptmann Frhr. von Freyberg, Leutnant von Bismarck, Leutnant von Gersdorff und 154 tapfere Unteroffiziere Grenadiere und Füsiliere.« Damit steht er zweimal auf demselben Friedhof: auf dem Regimentsdenkmal unter dem 29. und 30. August, auf dem eigenen Stein unter dem 28. Die amtliche Verlustliste nennt den 29.; zwei von drei Zeugnissen stimmen überein.
Wie der Friedhof zustande kam, sagt das Buch von 1918. Nach der Schlacht zogen kleine Begräbniskommandos über das Feld: »Ein rohes Holzkreuz, ein Name mit Bleistift kraus gekritzelt, ein Helm auf windschiefem Knauf – und die Begräbniskommandos zogen weiter.« Den Bauplatz für die Ehrenanlage bestimmte der Kaiser selbst und übertrug die Ausführung dem Prinzen August Wilhelm von Preussen. Die Umbettungen im Frühjahr 1916 waren »eine recht schwierige Arbeit, da die Grabbezeichnungen so unvollständig, ungenau und zum Teil sogar irreführend waren, daß oft nur an Hand der Hinterlassenschaft der Toten eine Erkennung erfolgen konnte«. Am Ende lagen dort fünfzehn deutsche und dreiundzwanzig französische Offiziere, sechshundertvierundsiebzig deutsche und eintausendeinhundertdreiundvierzig französische Unteroffiziere und Mannschaften.
Quelle: Le Sourd Colonfay. Ein Ehrenfriedhof des Garde-Korps, hrsg. von der Etappen-Inspektion 7, Karlsruhe 1918, S. 9, 10 und 16 (Badische Landesbibliothek Karlsruhe, 113 F 515, urn:nbn:de:bsz:31-39757, ALTO-Volltext der Aufnahmen 1317685, 1317686 und 1317691). Quellen: Friedhofsbuch der Kriegsgräberstätte Le Sourd, 1918 (Badische Landesbibliothek Karlsruhe, 113 F 515, IIIF-Volltext); Archives départementales de l'Aisne, 2092 W 17 und 1 E 226/1–8.
Zum Vornamen. Er klingt spanisch, und das führt in die Irre: In Spanien ist Romillo ein Familienname, rund um Burgos vielfach bezeugt. Sein Vorname kommt von anderswoher – er ist in der eigenen Familie zu Hause. Das Adressbuch des preussischen Rittergutsadels von 1857 führt auf Seite 71 einen »Romillo v. Gersdorf« auf Ober-Guhren im Kreise Züllichau-Schwiebus, und der Preußische Staats-Anzeiger nennt 1859 und 1860 einen »Romillo Eduard Albert von Gersdorff« unter vier erbberechtigten Brüdern. Der Name wurde also im Hause Gersdorff weitergegeben, zwei Generationen vor ihm. Quellen: Adressbuch des preussischen Rittergutsadels, 1857, S. 71; Königlich Preußischer Staats-Anzeiger, 1859 und 1860.