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Person record

Max Robert Hermann Arthur von Gersdorff

* 23 February 1866 · Ober-Guhren† 2 November 1914 · Blankenburg in Thüringen
♂
Gender
male
Birth
23 February 1866 · Ober-Guhren
Death
2 November 1914 · Blankenburg in Thüringen
Age
48 years

Geboren am 23. Februar 1866 in Ober-Guhren, gestorben am 2. November 1914, im ersten Kriegsjahr. Am 25. Juli 1893 heiratete er Renata von Gerlach. Sein ältester Sohn Romillo, 1894 geboren, starb im selben Kriegsjahr wie er.

Er war Geistlicher, und sein Weg lässt sich Stufe für Stufe aus den Zeitungen ablesen. 1891 trat er ins Amt, zuerst als Hilfsprediger an der Schlosskirche zu Wernigerode. Im September 1893 berief man ihn von dort auf das Pfarramt zu Stötterlingen im Kreise Halberstadt. Wenige Wochen zuvor, am 1. August 1893, hatten der Deutsche Reichsanzeiger und die Norddeutsche allgemeine Zeitung unter den Vermählungen gemeldet: »Hr. Pastor designatus Max von Gersdorff mit Frl. Renata von Gerlach (Wernigerode)«.

Drei Jahre stand er in Stötterlingen. Im September 1896 wählten ihn die Gemeindekörperschaften zum zweiten Geistlichen an der Lazaruskirche in Berlin; am 6. Dezember 1896 wurde er dort eingeführt. Bei der Gelegenheit schrieb die Norddeutsche allgemeine Zeitung, er sei »ein Sohn der Mark« und habe auch in Berlin studiert.

Nach zwölf Berliner Jahren kam der Sprung. Am 30. Juli 1908 ernannte der König »den in die erste Dompredigerstelle zu Naumburg a. S. berufenen Pastor v. Gersdorff, bisher an der Lazarus-Kirche in Berlin« zum Superintendenten der Diözese Naumburg an der Saale. Erster Domprediger und Superintendent – das war das Amt, in dem er starb.

Er ist nicht gefallen; die Verlustlisten des Deutschen Reiches führen ihn nicht. Am 3. November 1914 meldete die Saale-Zeitung aus Naumburg: »Zu Blankenburg i. Th., wo er von einem nervösen Leiden Heilung suchte, ist am Sonnabend Superint. Erster Domprediger Max von Gersdorff gestorben.« Das Merseburger Tageblatt setzte einen Tag später hinzu, er sei »an den Folgen eines nervösen Leidens« gestorben und habe »nur ein Alter von 48 Jahren erreicht«. Der Deutsche Reichsanzeiger nahm ihn am 4. November unter die Gestorbenen auf: »Hr. Superintendent und erster Domprediger Max von Gersdorff (Naumburg a. S.)«. Gestorben ist er also in Blankenburg in Thüringen, wo er Heilung suchte – nicht in Naumburg und nicht im Felde.

Über den Anlass ist die Saale-Zeitung deutlich: Im Begriff, Ende Juli seinen Erholungsurlaub anzutreten, traf ihn die Nachricht vom Tod seines ältesten Sohnes. Leutnant Romillo von Gersdorff vom 3. Garde-Regiment fiel Ende August 1914; die preußische Verlustliste 36 führt ihn in der Ausgabe 53 vom 27. September 1914 auf Seite 536 als tot. Verwundete Kampfgenossen erzählten in Naumburg, wie er gestorben sei – die Annaburger Zeitung gab den Bericht am 17. September 1914 unter der Überschrift »Wie ein deutscher Leutnant starb« wieder. Zehn Wochen später war der Vater tot.

Die Naumburger Meldung vom 3. November setzt den Tod auf den »Sonnabend«, also auf den 31. Oktober 1914; der Stammbaum nennt den 2. November, einen Montag.

Quellen: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, 1. August 1893, S. 4, und 4. November 1914, S. 4; Norddeutsche allgemeine Zeitung, Abend-Ausgabe, 1. August 1893, S. 3, und 7. Dezember 1896, S. 2, sowie Ausgabe vom 30. Juli 1908, S. 3; Hallesche Zeitung, 26. September 1893, S. 5, und 12. September 1896, S. 3; Saale-Zeitung, Morgen-Ausgabe, 4. November 1914, S. 4; Merseburger Tageblatt, 5. November 1914, S. 6; Annaburger Zeitung, 17. September 1914, S. 3; Berliner Börsen-Zeitung, Morgen-Ausgabe, 10. November 1914, S. 10. Zeitungen im Deutschen Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek; Verlustlisten 1914–1919 in der Erfassung des Vereins für Computergenealogie. Abgerufen am 16. September 2026.

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