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Person record

Daniel Sachse

* 1596 · Halberstadt† 7 June 1669 · Köthen
♂
Gender
male
Birth
1596 · Halberstadt
Death
7 June 1669 · Köthen
Age
about 73 years

Magister, fürstlich anhaltischer Hofprediger und achtunddreissig Jahre Superintendent zu Köthen, Hofprediger nacheinander von sechs regierenden Fürsten zu Anhalt. 1596 in Halberstadt als Sohn des gleichnamigen Superintendenten geboren, nach dem Tod des Vaters 1605 mit Mutter und Geschwistern nach Zerbst gezogen, damit sie reformiert erzogen würden, 1617 in Marburg Magister, danach in Heidelberg Schüler des David Pareus und des Heinrich Alting, 1621 in Leiden, 1624 über die Zuidersee zurück nach Anhalt, ab 1627 Hofprediger, ab 1632 Superintendent zu Köthen. Gestorben am 7. Juni 1669.

ZWEI EHEN, ACHT KINDER, VIER GRÄBER

Seinen Lebenslauf hat er selbst geschrieben und seinem Sohn gesagt, wo er zu finden sei; er ist der Leichenpredigt beigedruckt. 1625 heiratete er Elisabeth Ursinus, eine Tochter des Magisters Johannes Ursinus, gewesenen Professors am fürstlichen Gymnasium zu Zerbst – »eine liebliche und gesegnete, aber doch trübselige und kurze Ehe«. Während der wallensteinischen Einquartierung lag ihm der französische Leutnant La Barre zwanzig Wochen im Pfarrhaus; eine Magd brachte die Pest ins Haus, seine Frau wurde angesteckt, das Kind kam zu früh, und beide starben binnen zweier Tage und wurden zu Reipzig auf dem Kirchhof begraben. Er selbst erkrankte lebensgefährlich, genas und wurde als Hofprediger nach Bernburg berufen.

Nach zweieinhalb Jahren Witwenstand heiratete er dort Anna Schumann, Tochter des fürstlich anhaltischen Kammersekretärs Georg Schumann. Aus dieser Ehe kamen acht Kinder; vier starben als Kinder. Der Erstgeborene, Christian, Pfarrer zu Hohnsdorf und Edderitz, kam 1652 auf dem Weg zwischen Bernburg und Hohnsdorf unvermutet ums Leben und liegt in Köthen begraben. Am Leben waren bei seinem Tod noch ein Sohn und zwei Töchter: Johannes, Hofprediger zu Köthen; die ältere Tochter Anna, verheiratet mit Martin Gerlach, fürstlich anhaltischem Amtschreiber zu Warmsdorf; und die jüngere Elisabeth, wenige Wochen vor seinem Tod an Ferdinand Albert Kruckschanck verheiratet. Alle drei standen mit der Mutter und ihren Kindern an seinem Grabe.

Über die ältere Tochter Anna läuft die Abstammung der Familie von Gerlach. (Theodor Christoph Cautius, Leichenpredigt auf M. Daniel Sachse, Köthen 1669, VD 17, 3:677870N, Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Exemplar 78 L 1765, Bild 54 und 55 am Seitenbild gelesen; ergänzend Johann Christoph Becmann, Historie des Fürstenthums Anhalt, Zerbst 1710, Teil VII, S. 357 f.)

BECKMANNS LEBENSLAUF, GEDRUCKT 1710

Vierzig Jahre nach seinem Tod erzählt Johann Christoph Beckmanns Historie des Fürstenthums Anhalt sein Leben noch einmal im Zusammenhang. Danach ist er am 31. Januar 1596 zu Halberstadt geboren; der Vater gleichen Namens war dort Domprediger, dann Pastor zu St. Martini und Superintendent, die Mutter Brigitta Schultz eine Predigerstochter aus Torgau. Nach des Vaters Tod 1605 zog die Mutter mit allen Kindern nach Zerbst, »umb sie ingesampt in der Reformirten Religion zu erziehen«. Es folgen die Schule und das Gymnasium zu Zerbst, 1616 Frankfurt an der Oder, 1617 der Marburger Magister – als Dritter unter sechzehn Kandidaten –, Heidelberg unter Pareus, Scultetus und Alting, dann Jahre als Hofmeister des schlesischen Adligen Christoph Friedrich von Kanitz zu Görlitz und Frankfurt, und 1621 bis 1624 Leiden, wo er Polyander, Rivet, Walaeus und Thysius hörte, auch Daniel Heinsius und Vossius. 1624 kehrte er »wiewohl nicht ohne Gefahr auf der Südersee« nach Anhalt zurück, wurde »zum Prediger zu Rei⟨p⟩zig/ Meilendorf bestellet/ auch zu dem Ende zu Dessau ordiniret«, 1627 Hofprediger Fürst Christians I., und 1632 berief ihn Fürst Ludwig als Pastor und Superintendent nach Köthen – bestätigt von Wilhelm Ludwig, Lebrecht und Emanuel, »also daß er Sechs Regierender Fürsten zu Anhalt Hof-Prediger und Superintendent gewesen«.

Von seinem 70. Jahr an, seit dem Oktober 1666, beschwerte ihn die ganze linke Seite; die Geschäfte des Superintendentenamts führte er gleichwohl weiter. Sein Grabmal auf dem Köthener Gottesacker wurde 1672 gesetzt, wie die Inschrift sagt: »Positum à Filio unico superstite« – vom einzigen Sohn, der noch am Leben war.

(Johann Christoph Beckmann, Historie Des Fürstenthums Anhalt, Theil 5/7, Zerbst: Tietze 1710, Teil VII, Cap. III, S. 357 bis 359, und Teil III, S. 416; Exemplar der ULB Sachsen-Anhalt, AB BB 2391 (5/7), am Seitenbild gelesen.)

Spouses / partners

Children (4)

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