Person record
Henne Gerlach
- Gender
- male
- Birth
- about 1445
- Death
- 1507
- Age
- about 62 years
Sohn Hennes, Vater des Heinze. Die dritte Generation der Melsunger Reihe; ein Amt oder ein Handwerk ist für ihn nicht überliefert. Sein Bruder Contze, der gleichfalls in Melsungen sass, heiratete Emmele.
Die Melsunger Reihe folgt der Familienüberlieferung, wie sie das Register der Familiengeschichte von 2015 und Percy Ernst Schramms Aufsatz über die Vorfahren Leberechts von Gerlach (Archiv für Sippenforschung, 1963) wiedergeben; urkundlich fassbar sind aus dieser Zeit der Stammvater, als Gerlach Thame in den Zinsregistern des Rentmeisters von 1448 bis 1465, und Contze Gerlach, in der Rechnung des Schultheissen von 1457 und mit der Belehnung über Schwerzelfurt von 1469, beide im Staatsarchiv Marburg – und, im Zinsregister von 1496, Henne Gerlach selbst. Die gesicherte Stammreihe lässt das Genealogische Handbuch des Adels erst mit Martin Gerlach (um 1570 bis 1638) beginnen.
Am 1. März 1495 (»Esto Mihi«) verkauft Trine Horsener, Bürgerkind aus Melsungen, ihren Besitz in und vor dem Dorf Obermelsungen für elf rheinische Gulden und ein Viertel Korns an Henne Gerlach, Dorfmann in Obermelsungen; auf ihre Bitte siegelt der Junker Thymme von Wildungen. Das Pergament liegt im Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zu Kassel, Urkunden Dekanatsarchiv Melsungen, U 2 Melsungen 7. Das Staatsarchiv Marburg verwahrt unter Urk. 100, 1112 eine Abschrift des 18. Jahrhunderts; sie liest die Verkäuferin »Trine Kersens«, nennt eine Ehefrau »Gele« und lässt das Viertel Korns aus. Wo Original und Abschrift auseinandergehen, gilt das Original. Esto mihi fiel 1495 auf den 1. März; so liest den Tag auch der Kasseler Katalog.
Dass der Obermelsunger Boden bei der Familie blieb, zeigt dieselbe Kasseler Verzeichnungseinheit, denn sie fasst drei Originalpergamente zusammen. Neben dem Kauf von 1495 liegt dort ein zweiter vom 2. Februar 1519, mit dem Clobes und Ilse Schade einen Acker in der Feldmark zu Obermelsungen für sechs rheinische Gulden an Hinrich Gerlach, seine Frau Catharina und deren Erben verkaufen; es siegelt auf seine Bitte Contz Pfieln, Schultheiß zu Melsungen. Dazu eine Zinsverschreibung vom 1. März 1520: Heinrich und Katherina Gerlach empfangen von Pfarrer und Vikar der Kirche zu Melsungen zehn Gulden und verpflichten sich zu jährlich sechzehn Weisspfennigen hessischer Währung. Als Sicherheit setzen sie ihre Gärten und ihren Besitz in Obermelsungen ein – und weisen deren Erwerb mit den zwei angehängten älteren Urkunden nach. Es siegelte der Schultheiss Johann Bartholomei, im Beisein des Melsunger Vikars Conrad Stuttlss. Damit ist die Besitzfolge körperlich belegt: derselbe Boden, dasselbe Dorf, von einem Gerlach auf den nächsten. Über Verwandtschaft sagen die drei Urkunden nichts; über Besitznachfolge sagen sie alles.
DAS ZINSREGISTER VON 1496: EIN JAHR NACH DEM KAUF
Wie gross der Besitz war, zu dem der Kauf von 1495 gehörte, zeigt das nächste erhaltene Zinsregister des Melsunger Rentmeisters. Der Band von 1496 führt unter »Obermilsungen« beim Pfluggeld zehn Posten, und der zweite lautet: »hen g⟨e⟩rlach von iiij huff x ackir« – Henne Gerlach von vier Hufen und zehn Ackern, dem grössten Landbesatz der Dorfliste. Weiter unten folgen »Cuntz Gerlach« mit vier Pfennigen und noch einmal »hen Gerlach« mit acht Pfennigen von vier Ackern.
Zwei Träger des Namens sitzen damit 1496 zinspflichtig in Obermelsungen: Henne, dessen Hof den Zukauf des Vorjahres einschliesst, und ein Cuntz. Einen Kuntz Gerlach belehnt der Landgraf 1469 mit dem Hof Schwerzelfurt, ein Cuntz Gerlach streitet 1517/18 um denselben Hof.
(Hessisches Staatsarchiv Marburg, Rechn. I, 83/10, Zinsregister des Rentmeisters, 1496, Abschnitt »Obermilsungen«, Aufnahme 12, am Seitenbild gelesen. Die ganze Reihe: Rechn. I, 81/29 bis 81/40, 82/20 und 83/10, Jahrgänge 1445 bis 1456, 1465, 1470 und 1496, vollständig digitalisiert.)
Sources
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