Verwandtschaftliche Verbindungen mit anderen Adelsgeschlechtern
Über Jahrhunderte verband die Familie von Gerlach ihr Schicksal durch Ehe mit einigen der bedeutendsten Geschlechter des preußischen und pommerschen Adels. Diese Allianzen prägten nicht nur den Familienbesitz, sondern auch das politische und gesellschaftliche Netzwerk der von Gerlachs im 18. und 19. Jahrhundert.
Eingeheiratete Familien
Geschlechter, deren Töchter in die Familie von Gerlach einheirateten
von Raumer
Oberpfalz · Anhalt-Dessau
Nobilitiert 1693Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Agnes von Raumer (1761–1831)×Carl Friedrich Leopold von Gerlach1786⌖ im Stammbaum
Carl Friedrich Leopold diente als Geheimer Staatsrat und Oberbürgermeister von Berlin.
Ein altes deutsches Adelsgeschlecht, dessen urkundlich gesicherte Stammreihe mit Johann Raumer (†1590) beginnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg übersiedelte ein Zweig nach Dessau, wo Georg von Raumer leitende Kirchenämter bekleidete. Die Nobilitierung erfolgte 1693 durch Kaiser Leopold I. Das Geschlecht brachte mehrere Gelehrte hervor, darunter den Historiker Friedrich von Raumer (1781–1873).
Gräflich von Küssow
Hinterpommern
Ersterwähnung 1336 · Reichsgraf 1723Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Johanna von Küssow (1796–1857)×Ludwig Friedrich Leopold von Gerlach1819⌖ im Stammbaum
Die Hochzeit fand auf Gut Redel in Pommern statt. Johannas Mutter Ulrike war eine geborene von Bardeleben.
Eines der ältesten pommerschen Adelsgeschlechter, zuerst urkundlich 1336 mit Nicolaus Küssow. Die Familie besaß mehrere Rittergüter in Hinterpommern und wurde 1723 in den Reichsgrafenstand erhoben. 1824 erlosch die männliche Linie; das Erbe ging über Töchter in andere Adelsfamilien über. Leopold von Gerlach, der als General der Infanterie und Generaladjutant Friedrich Wilhelms IV. eine der einflussreichsten Figuren Preußens wurde, war damit durch Heirat in das Haus eines der traditionsreichsten pommerschen Uradelgeschlechter eingetreten.
von Oertzen
Mecklenburg · Slavische Wurzeln
Ersterwähnung 1260Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia / de.wikipedia.org
Auguste von Oertzen (1802–1826)×Ernst Ludwig von Gerlach1825⌖ im Stammbaum
Auguste starb bereits nach wenigen Monaten Ehe; Ernst Ludwig heiratete 1826 in zweiter Ehe Luise von Blankenburg.
Ein altes mecklenburgisches Adelsgeschlecht mit slavischen Wurzeln, erstmals 1260 mit Thidericus de Oerdessen urkundlich nachgewiesen. Die Familie gehörte zu den führenden Ständen Mecklenburgs und unterzeichnete 1523 die Landständische Union. Das Stammgut Roggow befand sich seit dem 14. Jahrhundert bis 1945 im Familienbesitz. In Wappen und Tradition verbindet sich das Geschlecht mit der Geschichte des norddeutschen Uradels.
von Blanckenburg
Uckermark · Pommern · Mecklenburg
Ersterwähnung 1173Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons · Siebmacher 1605
Luise von Blankenburg (1805–1858)×Ernst Ludwig von Gerlach1826⌖ im Stammbaum
Zweite Ehe Ernst Ludwigs; Luise war zugleich Cousine ihres Mannes und Schwester von Paulines Ehemann Otto.
Pauline von Blankenburg×Karl Friedrich Otto von Gerlach (1801–1849)um 1830⌖ im Stammbaum
Ein altes märkisches Adelsgeschlecht, in Mecklenburg seit 1173 bezeugt, in der Uckermark und Pommern seit dem 13. Jahrhundert. Das Geschlecht gliederte sich in der Neuzeit in drei Linien. Der Konservative Moritz von Blanckenburg (1815–1888), Freund Bismarcks und Generallandschaftsdirektor von Pommern, ist das bekannteste jüngere Mitglied. Die doppelte Verbindung – zwei Blanckenburg-Geschwister heirateten zwei Geschwister von Gerlach – macht diese Allianz besonders eng.
von Manteuffel
Hinterpommern · Brandenburg · Preußen
Ersterwähnung 1256Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Gut Drosedow (Drozdowo)×Gattin von Landrat Carl Heinrich von Gerlach1840⌖ im Stammbaum
Nach über 400 Jahren Manteuffel-Besitz (urk. 1445) gelangte Drosedow durch die Heirat 1840 in den Familienbesitz der von Gerlach.
Eines der ältesten pommerschen Uradelgeschlechter, seit 1256 urkundlich nachgewiesen. Die Familie erwarb im Laufe der Jahrhunderte umfangreichen Grundbesitz in Pommern, Brandenburg, Preußen, Mecklenburg und dem Baltikum. Bekannteste Vertreter sind Ministerpräsident Otto Theodor von Manteuffel (1805–1882) und Generalfeldmarschall Edwin von Manteuffel (1809–1885). Das Rittergut Drosedow (rund 1.330 ha) hatte die Familie über 400 Jahre inne, bevor es durch Heirat an die von Gerlach überging.
von Beyme
Preußen · Berlin
Nobilitiert 1793Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons (Wappentafel)
Charlotte Wilhelmine von Beyme (1792–1870)×Carl Heinrich von Gerlach (1783–1860)1814⌖ im Stammbaum
Charlotte Wilhelmine war Tochter des preußischen Wirklichen Geheimen Staatsministers Carl Friedrich von Beyme (1765–1838). Durch ihre Erbschaft gelangte Gut Trienke in Familienbesitz.
Carl Friedrich von Beyme (1765–1838) war einer der einflussreichsten Juristen und Staatsbeamten Preußens: Kabinettsrat und engster Vertrauter Friedrich Wilhelms III., Mitbegründer der Berliner Universität (1809) und ab 1808 Justizminister sowie Wirklicher Geheimer Staatsminister. Nach seiner Entlassung im Reformstreit wirkte er weiterhin als Jurist. Die Heirat seiner Tochter Charlotte Wilhelmine in die Familie von Gerlach schuf eine Verbindung zwischen dem höfisch-bürgerlichen Reformlager und dem ostelbischen Landadel – eine für die Familiengeschichte politisch bedeutsame Allianz.
von Kleist
Pommern · Neumark
Ersterwähnung 1289Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Asta von Kleist (1840–1933)×August von Gerlach (1830–1906)1861⌖ im Stammbaum
Die Hochzeit fand am 22. Februar 1861 auf Gut Groß-Dubberow statt. August von Gerlach war Landrat des Kreises Köslin und später Reichstagsabgeordneter.
Eines der ältesten und bedeutendsten pommerschen Uradelgeschlechter, urkundlich belegt seit 1289. Über Jahrhunderte prägte die Familie als Grundherren, Offiziere und Staatsbeamte die Geschichte Pommerns und Brandenburgs. Berühmtester Vertreter ist der Dichter Heinrich von Kleist (1777–1811). Zahlreiche Rittergüter in Pommern und der Neumark befanden sich über Generationen im Familienbesitz. Mit Asta von Kleist trat der Parsow-Schwemminer Hauptstamm in direkte Verbindung zu einem der profiliertesten pommerschen Adelsgeschlechter.
Maria Gräfin von Kanitz×Berndt von Gerlach (1828–1889)1860⌖ im Stammbaum
Berndt von Gerlach war Landrat und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Er war Sohn von General Leopold von Gerlach und Johanna von Küssow.
Das Geschlecht von Kanitz gehört zu den ältesten sächsischen Adelsgeschlechtern und ist seit dem 12. Jahrhundert urkundlich belegt. Mit Gütern in Sachsen, Schlesien und Brandenburg entwickelte es sich zu einer weitverzweigten Adelsfamilie. Ein Zweig wurde 1726 in den Grafenstand erhoben. Bekannte Vertreter im 19. Jahrhundert stellten Offiziere, Diplomaten und Abgeordnete; Hans von Kanitz (1841–1913) war als konservativer Reichstagsabgeordneter und Landwirtschaftsminister einer der einflussreichsten preußischen Agrarpolitiker der Kaiserzeit. Die Verbindung durch die Heirat von Maria von Kanitz verknüpfte zwei der bedeutendsten konservativen Preußenfamilien des 19. Jahrhunderts.
von Pfuel
Brandenburg · Preußen
Ersterwähnung 926Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Klara von Pfuel (1847–1930)×Konrad von Gerlach (Pastor)um 1870⌖ im Stammbaum
Klara wurde am 22. August 1847 in Potsdam geboren und verstarb am 3. Februar 1930. Konrad von Gerlach war Pastor.
Das Geschlecht von Pfuel zählt zu den ältesten brandenburgischen Adelsfamilien und ist seit 926 nachweisbar. Über Jahrhunderte im märkischen Uradel verwurzelt, stellte die Familie Offiziere, Diplomaten und preußische Staatsdiener. Bekanntester Vertreter ist Ernst Heinrich Adolf von Pfuel (1779–1866), preußischer General der Infanterie, Gouverneur von Berlin und kurzzeitig preußischer Ministerpräsident (1848). Durch die Heirat Klaras verbanden sich zwei traditionsreiche adelige Familien Brandenburgs miteinander.
von Issendorff
Erzstift Bremen · Hannover
Ersterwähnung 1233Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Melitta Maria Victoria von Issendorff (1870–1933)×Otto Adolf Leopold von Gerlach (1869–1924)~1894⌖ im Stammbaum
Otto von Gerlach diente als Oberstleutnant. Ihr Sohn Joachim von Gerlach (1895–1979) wurde Konteradmiral und Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes.
Niedersächsischer Uradel aus dem Erzstift Bremen, urkundlich seit 1233 nachgewiesen. Das Stammgut lag in Issendorf bei Horneburg an der Oste. Die Familie stellte über Generationen Offiziere in hannöverschen, preußischen und sächsischen Diensten. Melittas Vater Klaus von Issendorff war königlich-sächsischer Generalleutnant. Durch die Heirat in die pommersche Parsow-Linie verband sich der niedersächsische Uradel des Wesens mit dem ostelbischen Gutsbürgeradel der von Gerlach.
von Alvensleben
Altmark · Sachsen-Anhalt
Ersterwähnung um 1190Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Elisabeth Luise von Alvensleben (1846–1872)×Leopold Friedrich von Gerlach (1839–1874)um 1867⌖ im Stammbaum
Leopold Friedrich von Gerlach war preußischer Offizier; er starb mit nur 35 Jahren, zwei Jahre nach Elisabeth Luise. Aus der Ehe stammte u.a. Ehrengard Pauline von Gerlach (1868–1909), die 1888 Adolf von Thadden-Trieglaff heiratete.
Eines der ältesten und bedeutendsten deutschen Uradelsgeschlechter, urkundlich seit etwa 1190 mit Gebhard von Alvensleben nachgewiesen. Die Familie war seit dem 12. Jahrhundert Erbtruchsess des Bistums (später Fürstentums) Halberstadt und stieg durch die Erwerbung der Burgen Erxleben (vor 1282) und Kalbe (1324) zum schlossgesessenen Uradel in der Altmark auf. Aus diesem Geschlecht gingen preußische Minister (Albrecht und Karl von Alvensleben), Diplomaten und Offiziere hervor. Mit der frühen Ehe Elisabeth Luises verband sich die preußische Beamten- und Militärlinie der von Gerlach mit einem der prominentesten altmärkischen Adelsgeschlechter.
von Bonin
Pommern · Neumark
Ersterwähnung 13. Jh.Eingeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Ruth von Bonin (1888–1964)×Karl August von Gerlach-Parsow (1883–1945)1910⌖ im Stammbaum
Karl August von Gerlach-Parsow war letzter Fideikommissinhaber der Güter Parsow, Schwemmin und Drosedow. Er wurde 1945 von der Roten Armee verschleppt und ermordet.
Pommersches Uradelsgeschlecht, seit dem 13. Jahrhundert urkundlich belegt und mit dem Stammsitz Bonin (heute Bonin, Polen) in Hinterpommern verwurzelt. Über Generationen stellte die Familie Offiziere, Gutsherren und Verwaltungsbeamte in preußischen Diensten. Enge genealogische Verflechtungen mit anderen pommerschen Uradelsfamilien wie von Kleist, von Manteuffel und von Flemming kennzeichnen das Geschlecht. Mit Ruth von Bonins Heirat in den letzten aktiven Fideikommissinhaber Parsows entstand eine der engsten pommerschen Adelsverbindungen der Familie von Gerlach im frühen 20. Jahrhundert.
Von Gerlach in anderen Häusern
Töchter der Familie, die in andere Adelsgeschlechter einheirateten
von Bassewitz
Mecklenburg · Pommern
Ersterwähnung 1235Ausgeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Friedrich Magnus von Bassewitz (1783–1868)×Adelheid Henriette von Gerlach (1784–1865)1801⌖ im Stammbaum
Friedrich Magnus von Bassewitz wurde preußischer Oberpräsident der Provinz Brandenburg (1816–1827) und war damit einer der höchsten Verwaltungsbeamten des Staates.
Altes mecklenburgisch-pommersches Adelsgeschlecht, urkundlich seit 1235. Die Familie erwarb im Laufe der Jahrhunderte umfangreichen Grundbesitz in Mecklenburg und Pommern und wurde 1815 in den preußischen Grafenstand erhoben. Friedrich Magnus von Bassewitz gehörte zu den bedeutendsten preußischen Verwaltungsbeamten der Reformzeit: Als Oberpräsident der Provinz Brandenburg gestaltete er die staatliche Neuordnung nach den Napoleonischen Kriegen mit. Seine Heirat mit Adelheid Henriette von Gerlach – Tochter des Berliner Oberbürgermeisters – verbindet die Familie mit dem städtischen Verwaltungsadel Berlins.
von Grolman
Westfalen · Hessen · Preußen
Nobilitiert 1741 / 1786 / 1812Ausgeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Karl Wilhelm Georg von Grolman (1777–1843)×Sophie Eleonore von Gerlach (1787–1807)1804⌖ im Stammbaum
Karl von Grolman wurde General der Infanterie, Chef des Großen Generalstabs und Ritter des Schwarzen Adlerordens. Sophie Eleonore, Tochter des Berliner Oberbürgermeisters, starb 1807 nach kurzer Ehe.
Ein westfälisches Adelsgeschlecht, das seinen Namen vom Gut „zum Grole" in Wattenscheid ableitet. Durch militärische und juristische Leistungen in preußischen Diensten mehrfach nobilitiert (1741, 1786, 1812). Die Familie brachte Generäle, Juristen und Staatsbeamte hervor. Karl von Grolman galt als einer der bedeutendsten preußischen Generalstabsoffiziere der Befreiungskriege; Scharnhorst zählte ihn zu seinen engsten Mitarbeitern.
von Richthofen
Schlesien · Preußen
Nobilitiert 1741Ausgeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Karl Ernst Manfred Freiherr von Richthofen (1855–1939)×Luise von Gerlach (1866–1947)1891⌖ im Stammbaum
Luise war Tochter von Landrat August von Gerlach (1830–1906) aus der Parsow-Schwemminer Hauptlinie. Karl Freiherr von Richthofen war preußischer General.
Schlesisches Uradelsgeschlecht, das 1741 durch König Friedrich den Großen in den preußischen Freiherrenstand erhoben wurde. Die Familie stellte Offiziere, Diplomaten und Verwaltungsbeamte in preußischen Diensten. Bekanntester Vertreter ist Manfred von Richthofen (1892–1918), der als „Roter Baron" berühmteste Kampfflieger des Ersten Weltkriegs mit 80 Luftsiegen. Durch Luises Ehe mit Karl Freiherr von Richthofen verband sich die Parsow-Schwemminer Linie der von Gerlach mit einem der bekanntesten schlesischen Freiherrengeschlechter.
von der Schulenburg
Altmark · Brandenburg · Pommern
Ersterwähnung 1237Ausgeheiratet
Wappen: Wikimedia Commons
Adolf Friedrich Reichsgraf von der Schulenburg (1855–1925)×Hertha von Gerlach (1871–1958)1907⌖ im Stammbaum
Hertha war Tochter von Landrat August von Gerlach aus dem Hauptstamm Parsow-Schwemmin. Adolf Friedrich von der Schulenburg trug den Titel eines Reichsgrafen.
Eines der ältesten und angesehensten deutschen Adelsgeschlechter, urkundlich seit 1237 in der Altmark nachgewiesen. Das Geschlecht verzweigte sich in zahlreiche Linien in Brandenburg, Pommern, Sachsen und Hannover; ein Zweig erhielt 1728 den Reichsgrafenstand. Die Familie brachte Feldmarschälle, Minister und Diplomaten hervor. Bekanntester Vertreter im 20. Jahrhundert ist Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg (1875–1944), letzter deutscher Botschafter in Moskau und Widerstandskämpfer des 20. Juli. Die Heirat Herthas in das Grafenhaus Schulenburg verbindet die von Gerlach mit einer der traditionsreichsten Dynastien des nordostdeutschen Adels.
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von Thadden-Trieglaff
Pommern · Trieglaff
Ersterwähnung 13. Jh.Ausgeheiratet
Adolf von Thadden-Trieglaff (1858–1932)×Ehrengard Pauline von Gerlach (1868–1909)um 1888⌖ im Stammbaum
Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, darunter Reinold von Thadden (1891–1976), Gründer des Deutschen Evangelischen Kirchentags, und Elisabeth von Thadden (1890–1944), Pädagogin und Widerstandskämpferin des Solf-Kreises, hingerichtet 1944 in Plötzensee.
Pommersches Uradelsgeschlecht mit dem Stammsitz Trieglaff bei Greifenberg. Die Thaddens gehörten zum theologisch-konservativen Pommernadel und waren bekannt für ihre pietistische Frömmigkeit. Adolf von Thadden-Trieglaff war königlich-preußischer Landrat des Kreises Greifenberg, Mitglied des pommerschen Provinziallandtags und Vorsitzender des Pommerschen Kreistagsvorstands. Durch Ehrengards Heirat erhielten die von Gerlach Anteil an einem der prägendsten geistig-religiösen Adelszentren Pommerns; ihre Tochter Elisabeth wurde später zur einer der bekanntesten Widerstandskämpferinnen des Dritten Reichs.
Freiherr Carl von Pachelbl-Gehag-Ascheraden (1859–1942)×Asta von Gerlach (1863–1948)um 1886⌖ im Stammbaum
Asta war Tochter von Landrat August von Gerlach (1830–1906) und Asta von Kleist. Freiherr Carl von Pachelbl-Gehag-Ascheraden entstammte einem fränkischen Uradelsgeschlecht mit baltischem Zweig in Ascheraden (Livland).
Altes fränkisches Adelsgeschlecht, das im Mittelalter in der Gegend um Würzburg nachweisbar ist und später in den Freiherrenstand erhoben wurde. Ein Zweig der Familie erwarb durch Erbschaft und Heirat Güter im Baltikum, insbesondere Schloss Ascheraden (heute Aizkraukle, Lettland) an der Düna in Livland, und nannte sich fortan Pachelbl-Gehag-Ascheraden. Dieser Familienzweig gehörte der deutschbaltischen Ritterschaft an und war Teil des evangelisch-lutherischen Landadels Livlands. Die Verbindung Astas mit dem Freiherrenhaus Pachelbl-Gehag-Ascheraden verbindet die pommerschen von Gerlach mit dem deutschbaltischen Adel einer Region, deren Kulturgeschichte eng mit dem deutschen Ostadel verflochten ist.
Quellen: Degener Verlag, Deutsches Familienarchiv Bd. 160 »von Gerlach – Lebensbilder einer Familie«; Wikipedia-Artikel zu den genannten Familien; Wikimedia Commons (Wappenbilder). Angaben nach bestem Wissen; für Korrekturen oder Ergänzungen wenden Sie sich bitte an die Familienverwaltung.