Historische Güter
Schlösser, Rittergüter und Herrensitze der Familie von Gerlach
Über Generationen hinweg war die Familie von Gerlach Eigentümer bedeutender Rittergüter und Herrensitze in Pommern und der Neumark. Diese Besitzungen – heute polnisches Territorium – prägten das Leben und das Selbstverständnis der Familie für mehr als anderthalb Jahrhunderte.
Lage der Güter
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Chronik & Geschichte
Schloss Parsow

Foto: Wikimedia Commons
Stammgut der pommerschen Linie der Familie, erworben 1779 durch Geheimen Finanzrat Friedrich Wilhelm von Gerlach. Das Schloss beherbergte eine Fideikommissbibliothek mit 4.000 Bänden zur pommerschen Geschichte – eine der bedeutendsten privaten Sammlungen Hinterpommerns.
Chronik
- 1172
Erste urkundliche Erwähnung in einer Schenkungsurkunde Herzog Kasimirs I. von Pommern.
- 1558
Erlöschen der Eigentümerfamilie von Parsow mit Lorenz von Parsow; das Gut wechselt die Besitzer.
- 1765
Friedrich Wilhelm von Gerlach erwirbt das Nachbargut Schwemmin – erster Gerlachscher Besitz in Hinterpommern.
- 1779
Friedrich Wilhelm von Gerlach, Geheimer Finanzrat, erwirbt Parsow.
- 1782
Errichtung des barocken Mitteltrakts.
- 1809
Im Testament von Ludwig Wilhelm August von Gerlach werden Parsow und Schwemmin zum Fideikommiss bestimmt. Erster Inhaber wird sein Sohn Carl Heinrich von Gerlach (1783–1860).
- ~1860
Bogislaw von Gerlach ergänzt einen Nordflügel im Tudor-Stil.
- 1910
Errichtung des Südflügels.
- 1922
Umfassende Neugestaltung vereinheitlicht das Gesamtensemble.
- 1945
Besetzung durch die Rote Armee. Die Fideikommissbibliothek wird weitgehend vernichtet. Carl August von Gerlach-Parsow (1883–1945) wird verschleppt und ermordet.
Alle Güter befinden sich heute auf polnischem Staatsgebiet und gingen infolge der Vertreibung von 1945 aus Familienbesitz verloren.