Gut Rabuhn

Grzegorz W. Tężycki, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Sechzehn Jahre lang, von 1880 bis 1896, ein Gut der Familie – und das einzige, das nicht gekauft, sondern in der Zwangsversteigerung erstanden wurde. Weil es 1896 wieder abging, fehlt es in allen späteren Übersichten; erst das Grundbuch des Amtsgerichts Körlin holt es zurück.
Chronik
- 1787–18501787–1850
Vor der Familie
Das Grundbuch führt die Besitzer seit dem 18. Jahrhundert: eine verwitwete Landräthin, deren Mann 1787 testierte, dann drei Käufe 1793, 1805 und 1806, danach die Familie Schünemann. Am 19. Dezember 1849 schliessen die Gutsherrschaften Rabuhn und Moitzlien eine Gemeinheitstheilung; die Königliche General-Kommission zu Stargard bestätigt sie 1850.
19. November 1874
Das Grundbuch wird auf das neue Formular zurückgeführt. Als erster Eigentümer steht darin der Lieutenant Carl Müller, der das Gut mit Kaufvertrag vom 26. Juni 1874 und Cessionsvertrag vom 6. Oktober 1874 übernahm; die Eintragung erfolgt am 27. Januar 1875. Die Werthspalte nennt 675.000 Mark.
- 3. Mai 18803. Mai 1880
Der Zuschlag
Sechs Jahre nach Müllers Kauf kommt Rabuhn unter den Hammer, und den Zuschlag erhält »der Landrath von Gerlach zu Coeslin« – August Friedrich Bernhard von Gerlach-Parsow (1830–1906). Die Kaufgelder werden am 3. Juni belegt, der Subhastationsrichter stellt am selben Tag den Antrag, und am 15. Juni 1880 steht der Name im Buch. Der Preis: 315.500 Mark, nicht einmal die Hälfte dessen, was Müller gezahlt hatte. Es ist der einzige Erwerb der Familie, der aus einer Zwangsversteigerung stammt.
- 1884–18931884–1893
Die gedruckten Nachweise
Das Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche (1884) führt »Gerlach, v., L.-R.« mit Cöslin, Parsow, Schwemmin, Drosedow, Rabuhn und Trienke. Das Adressbuch aller Länder der Erde (1891) schreibt knapp »Rabuhn (Ramelow): v. Gerlach« – Ramlewo ist der Postort. Das Brünner Genealogische Taschenbuch der adeligen Häuser (1892) nennt August als Besitzer des Fideikommisses Parsow und Schwemmin »und der Rittergüter Trienke, Rabuhn und Drosedow«; Janecki im Handbuch des Preußischen Adels (1893) wiederholt es. Ein Wollmarktbericht derselben Jahre führt »Rabuhn-Pommern« unter den bevorzugten Dominien, deren Wolle 84 bis 87 Mark brachte.
5. September 1896 · Der Abgang
An einem Tag wird aufgelassen und eingetragen: die Rittergutsbesitzer von Gaudecker zu Kerstin und zu Rabuhn übernehmen das Gut. Zwei Jahre später, am 14. Oktober 1898, steht die Landbank Aktiengesellschaft zu Berlin im Buch – der übliche Weg in die Aufsiedlung. 1900 folgt der Gutsbesitzer Otto Ebert, 1909 der Landwirt Oskar Ebert. Von da an ist Rabuhn ein Name ohne Familienbezug, und deshalb fehlt es in jeder Übersicht, die nach 1900 geschrieben wurde.
- 19371937
Was aus dem Gut wurde. Die Abschreibungen im Verzeichnis der Grundstücke zeigen, wie die Feldmark Blatt um Blatt weggeht: Parzelle für Parzelle wird auf andere Grundbuchblätter übertragen, ein Teil im Oktober 1936 vom Kulturamt als landwirtschaftliches Siedlungsgrundstück bescheinigt und am 28. Januar 1937 neu eingetragen. Aus dem Rittergut wird ein Dorf von Siedlerstellen.
- HeuteHeute
Rabuhn heisst Robuń und liegt in der Gmina Gościno im Powiat kołobrzeski. Zur Gemeinde Rabuhn gehörte bis 1945 auch Moitzlin, heute Myślino. Quelle für die gesamte Besitzfolge: Grundbuch des Gutes Rabuhn, Band I, Blatt 1 – Archiwum Państwowe w Koszalinie, Zespół 26/143 (Sąd Obwodowy w Karlinie), Sygn. 26/143/0/2.1/177; daneben der Band der bäuerlichen Stellen des Dorfes, Sygn. 26/143/0/2.1/178.
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- Gut Rabuhn — Robuń, gmina Gościno, PL — 1880–1896 (Gut (Familienbesitz))
Die pommerschen und neumärkischen Güter sowie Plutowo liegen heute auf polnischem Staatsgebiet und gingen 1945 durch die Vertreibung aus Familienbesitz verloren; Vollenschier liegt in der Altmark. Nienburg an der Saale ist kein Gut, sondern ein Ursprungsort der Familie in Deutschland.