Friedrich Wilhelm von Gerlach
1711 – 1780
Geheimer Oberfinanzrat · Vater beider Hauptzweige
Stammsitz: Schwemmin, Parsow und weitere pommersche Güter
⌖ Im StammbaumFriedrich Wilhelm von Gerlach, Sohn Lebrechts, diente als Geheimer Oberfinanzrat im Generaldirektorium in Berlin, in der Verwaltung Friedrichs des Großen. Er war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit Christiane Sophie Coeper (1719–1759), in zweiter mit deren Schwester Antoinette Wilhelmine Coeper. 1765 erwarb er das Gut Schwemmin, zwischen 1772 und 1779 – die Quellen weichen ab – das benachbarte Parsow, dazu weitere pommersche Güter (Ganzkow, Mechenthin, einen Anteil an Rützow). Als Oberfinanzrat war er an der friderizianischen Kolonisation des Warthebruchs beteiligt: Die 1773 gegründete Kolonie Gerlachsthal (heute Gostkowice) trägt seinen Namen. Nach seinem Tod 1780 teilten seine Söhne Ludwig Wilhelm August und Carl Friedrich Leopold das Erbe – der Ursprung der Parsower und der Rohrbecker Linie der Familie.
Chronik
- 1711
Geboren als Sohn Lebrecht Gerlachs.
- 1742–1802
Wie die pommerschen Güter in die Familie kamen, hält im Familienarchiv ein eigenes Faszikel fest: »II Familien Nachrichten. Die Pommerschen Güter« versammelt rund siebzig Dokumente und Abschriften aus diesen sechzig Jahren. Als Gegenparteien treten die von Podewils und ein von Walter auf; neben ihm treten seine Brüder Martin (1716–1760) und Otto Lebrecht auf, dazu Sophia Hedewig, und später sein Sohn Carl Friedrich Leopold.
- vor 1759
Ehe mit Christiane Sophie Coeper (1719–1759), Tochter aus wohlhabendem Bürgerhaus; nach ihrem Tod heiratet er ihre Schwester Antoinette Wilhelmine. Das eingebrachte Vermögen mehrt den Familienbesitz erheblich – bei seinem Tod 1780 hinterlässt er fünf Güter (Kraus 1994).
- 1745–1765
Die Berliner Adreßkalender führen ihn von 1745 an als Kriegs- und Domänenrat der Kurmärkischen Kammer: bis 1749 wohnt er »in des Castellan Liebenwalds Hause in der Marggrafen-Straße«, von 1750 bis 1764 »in der Charlottenstraße in der Frau Hofräthin Cöpern Hause« – dem Haus seiner Schwiegermutter auf der Friedrichstadt, in dem demnach auch die Söhne aufwuchsen; daneben gibt es 1755–1759 ein »Gerlachsches Haus« in Neu-Cölln. Erst der Kalender für 1765 nennt ihn als Geheimen Finanz-, Kriegs- und Domänenrat im Generaldirektorium (Staatsbibliothek zu Berlin, Adreßkalender 1745–1765).
- 1754
Nach Wutstracks Beschreibung Pommerns (Nachtrag 1795) seit 1754 Geheimer Finanzrat beim Generaldirektorium in Berlin; Wutstrack nennt den 15. Dezember als Geburtstag und den 19. Dezember 1780 als Todestag – das stützt die Todesnachricht der Hamburgischen neuen Zeitung (»in der Nacht vom 18ten«) gegen das ältere Datum 22. Dezember.
- 1759
Seine erste Frau Christiane Sophie Coeper stirbt; die Familiengeschichte nennt sie »aus einem alten angesehenen Geschlecht in Bremen«. Von fünf Kindern überleben nur zwei Söhne: Ludwig Wilhelm August – die Quellen des 19. Jahrhunderts stellen die Namen als Ludwig August Wilhelm –, geboren am 17. August 1751, und Carl Friedrich Leopold, geboren am 25. August 1757. Auch ihre Schwester, die er darauf heiratet, stirbt mit einunddreißig Jahren vor ihm.
- 1765
Erwirbt Gut Schwemmin – erster pommerscher Besitz dieser Linie.
- 1772/1779
Erwerb von Parsow (Quellen nennen unterschiedliche Jahre).
- 1773
Die Warthebruch-Kolonie Gerlachsthal wird nach ihm benannt.
- 1780
Tod; Erbteilung unter den Söhnen begründet den Parsower und den Rohrbecker Zweig. Die Hamburgische neue Zeitung meldet aus Berlin: »In der Nacht vom 18ten dieses verstarb hieselbst Herr Friedrich Wilhelm von Gerlach, Königl. geheimer Ober-Finanz-, Kriegs- und Domainenrath, im 70sten Jahre seines Alters« (26. Dezember 1780) – die Familienüberlieferung nennt den 22. Dezember.
- 1780
Tod am 29. Dezember. Sein jüngerer Sohn ist zu diesem Zeitpunkt bereits Rat, aber noch minderjährig (Familiengeschichte 1903).
- 1885
Ein Heft der Monatsschrift »Haus Gerlach« beginnt mit einem Beitrag über ihn. Daneben stehen darin ein Nachruf auf den Uhrmacher Benjamin Gerlach aus Pillau, eine Zusammenstellung »von Gerlach in Adels-Lexicis« und eine Stammtafel der Gerlach aus Rauschnick. Der Text selbst ist noch nicht eingesehen; der Jahrgang liegt in Berlin, Leipzig, Stuttgart und Bamberg.