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Wappen Familie von Gerlach
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Lebrecht (von) Gerlach

1669 – 1742

Hofgerichtsrat Köslin · Begründer der preußischen Linie

Stammsitz: Ohne eigenes Gut (Köslin)

Im Stammbaum

Lebrecht (von) Gerlach, geboren 1669, war Hofgerichtsrat am Hofgericht Köslin in Hinterpommern. Zuvor hatte die Familie über Generationen in Nienburg an der Saale und, noch früher, in Melsungen in Hessen gelebt, ohne adelige Stellung. Mit seiner Frau Lucia geb. am Ende, Tochter des Philipp Arnold am Ende, hatte er mehrere Kinder, darunter den späteren Geheimen Oberfinanzrat Friedrich Wilhelm von Gerlach. Am 2. September 1735 erhielt Lebrecht Gerlach die preußische Anerkennung und Erneuerung des erblichen Adelsstandes – der Beginn der pommerschen, preußischen Linie der Familie von Gerlach und zugleich der urkundlich am dichtesten belegten Epoche ihrer Geschichte. Er starb 1742 in Köslin.

Chronik

  1. um 1669

    Geboren; die Familie stammt aus Nienburg an der Saale (Anhalt).

  2. 13. Mai 1698

    Woher er kam, lässt sich an einem einzigen Tag ablesen. Beckmann nennt in seiner Geschichte des Fürstentums Anhalt die Beamten, die bei der Erbhuldigung für Fürst Leopold in Dessau amtierten. Zwei der Namen kehren in dieser Familie wieder: Kammerkanzlist war ein Herr Gerlach, und der Geheimrat, vor dem geschworen wurde, hieß von Raumer. Der Neunundzwanzigjährige verließ Anhalt wenig später, und wohin er ging, wissen wir. Wen der Chronist meinte, wissen wir nicht. Sicher ist allein, dass beide Namen an jenem Maitag in derselben Kanzlei standen – drei Generationen, bevor sie durch eine Heirat zusammenkamen.

  3. vor 1735

    Berufung zum Hofgerichtsrat am Hofgericht Köslin in Hinterpommern.

  4. vor 1735

    Aus der Ehe mit Lucia am Ende gehen mehrere Kinder hervor; der älteste bekannte Sohn ist der spätere Geheime Oberfinanzrat Friedrich Wilhelm.

  5. 1735

    Preußische Anerkennung und Erneuerung des erblichen Adelsstandes (2. September).

  6. 1742

    Tod in Köslin.

  7. 1884–1886

    Gut hundertvierzig Jahre nach seinem Tod erscheint bei C. A. Starke in Görlitz eine Monatsschrift über den Namen: »Haus Gerlach. Monatsschrift zur Förderung der Geschichte des Görlitzer Geschlechtes und anderer Familien diesen Namens«, redigiert von G. Gerlach zu Weissenhöhe in der Provinz Posen. Das Januarheft 1885 bringt die »Stammtafel des Hofgerichts-Rathes Lebrecht von Gerlach zu Coeslin, 1682–1792«, das Februarheft eine Abschrift eines Wappenbriefs von 1541 und eine Berichtigung der »Genealogia Gerlachiana«. Über einen Jahrgang kam das Blatt nicht hinaus. Erhalten ist es in Berlin, Leipzig, Dresden, Stuttgart und Bamberg (Zeitschriftendatenbank 1443434-9).

  8. Was 1891 erzählt wurde

    Die Einleitung der Denkwürdigkeiten des Generals nennt ihn anders: »Leberecht von Gerlach, geb. 1670, war Landrath und Bürgermeister von Köslin.« Belegt ist das Amt am Hofgericht; ein Kösliner Bürgermeisteramt ist es nicht. Dieselbe Einleitung datiert den Eintritt der Familie in die pommersche Ritterschaft »seit 1733 durch Ankauf größeren Grundbesitzes« – zwei Jahre vor der preußischen Adelserneuerung und zwei Jahrzehnte vor den Käufen seines Sohnes. Beides ist Familienüberlieferung des 19. Jahrhunderts, nicht Urkunde.

  9. Kinder

    Fünfzehn Kinder – sieben Söhne und acht Töchter. Vier Töchter heiraten: einen von Grape, den Hauptmann von Wolden, den dänischen Hauptmann von Brämer und einen von Pogrell. Von den Söhnen erreichen nur drei ein höheres Alter: Friedrich Wilhelm, Martin und Otto Leberecht (Familiengeschichte 1903). Zwei weitere Namen dieser Generation nennt das Findbuch des Familienarchivs: Martin von Gerlach (1716–1760) und Sophia Hedewig von Gerlach. Sie stehen in den »III. Familien-Nachrichten« von 1755 bis 1764 und im Faszikel über die pommerschen Güter neben Friedrich Wilhelm (1711–1780) und Otto Lebrecht (* 1719). Für Martin ist die Bruderschaft urkundlich: Die Kreisbeschreibung des Kolberg-Körliner Kreises belegt, dass seine Witwe und seine Schwester Ganzkow am 18. Juli 1764 »seinem Bruder, dem Kriegs- und Domänen-Rat Friedrich v. Gerlach« überließen. Sophia Hedewig könnte die dort genannte Schwester sein; sicher ist das nicht.

  10. Woher seine Frau kam

    Lucia am Ende, die er um 1700 heiratete, stammte aus einer bremischen Arztfamilie. Ihr Urgroßvater Valentin am Ende kam am 15. Januar 1575 in Hainichen zur Welt und war 1612 Leibphysicus des Bremer Erzbischofs; dessen Sohn Arnold war Arzt in Bremen, und ihr Vater Philipp Arnold, geboren am 6. Oktober 1654, war Physicus der Stadt und Hofpfalzgraf dazu. Am 10. November 1678 hatte er Lucia von Line geheiratet; zehn Kinder kamen zur Welt. Eines davon ging denselben Weg wie die Schwester: Ihr Bruder Arnold wurde Intendant zu Lauenburg und starb 1716 in Stolp, keine achtzig Kilometer von Köslin. Die bremische Reihe hat Percy Ernst Schramm 1961 veröffentlicht, ausdrücklich als Ausschnitt aus der Ahnenliste dieser Familie.

Quellen und Literaturangaben

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