Personenblatt
Martinus Milagius
- Geschlecht
- männlich
- Geburt
- 12. März 1598 · Tristewitz im Amt Torgau
- Tod
- 28. Juli 1657 · Dessau-Roßlau
- Alter
- 59 Jahre
Sohn des Schulmeisters Jacob Milagius zu Zweta und der Anna Quelmaltz; geboren zu Tristewitz im Amt Torgau, nach seiner eigenen Aufzeichnung am 11. März 1598 um sechs Uhr abends. Aus einfachen Verhältnissen; er studierte von 1619 an in Frankfurt an der Oder die Rechte, hielt sich als Hauslehrer adliger Söhne, wurde um 1623 Advokat in Zerbst und trat 1626 in den Dienst des Fürsten Christian I. von Anhalt-Bernburg. Nach 1632 stand er bei Fürst Ludwig von Köthen, dem Gründer der Fruchtbringenden Gesellschaft, der ihn unter dem Namen »der Mindernde« in die Gesellschaft aufnahm. 1635 wurde er Rat der gesamten anhaltischen Regierung, 1638 Kanzler des Zerbster, 1654 des Dessauer Landes. Von 1645 bis zum Abschluss des Westfälischen Friedens vertrat er Anhalt in Osnabrück und Münster, nebenher auch andere Fürstenhäuser; Brandenburg und Hessen-Kassel gaben ihm eigene Aufträge. Sein Reisetagebuch von dieser Sendung erschien 1785 im Anhaltischen Museum. Er schrieb juristische Abhandlungen und eine deutsche Versfassung des Jesaja. Seinen Lebenslauf hat er 1648 selbst in ein Haus- und Fundbuch eingetragen, für Frau und Kinder; Georg Raumer hat ihn 1657 in die Leichenpredigt übernommen. Über das Sterbedatum gehen die Angaben auseinander: Das Titelblatt der Leichenpredigt nennt den 28. Juni 1657, die Allgemeine Deutsche Biographie den 28. Juli. Quellen: Georg Raumer, Idea Boni Consiliarii, Zerbst 1657 (VD17 1:048868Y); ADB Bd. 2, S. 726.