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Person record

Leopold Friedrich von Gerlach

* 26 June 1839 · Berlin† 22 July 1874 · Berlin
Leopold Friedrich von Gerlach
Gender
male
Birth
26 June 1839 · Berlin
Death
22 July 1874 · Berlin
Age
35 years

Geboren am 26. Juni 1839 in Berlin als Sohn Karl Friedrich Otto von Gerlachs, des Hofpredigers, und der Sophie Pauline geborenen von Blanckenburg, gestorben am 22. Juli 1874, fünfunddreissig Jahre alt. Den Tag nennen die Anlage des 3. Garde-Regiments zu Fuss, der Personalnachweis des 1. Garde-Regiments zu Fuss, die amtliche Todesnachweisung und die Anzeige des Offizierkorps; die Brünner Taschenbücher von 1878 und 1892 setzen den Tod einen Tag früher, die Familiengeschichte einen Monat früher auf den 21. Juni. Königlich preussischer Offizier. Am 4. Mai 1867 heiratete er Elisabeth von Alvensleben; sie starb im Januar 1872, da war die jüngere Tochter zwei Jahre alt. Zwei Jahre später starb auch er und liess zwei Waisen zurück: Ehrengard, die 1889 Adolf von Thadden heiratete, und Helene, die 1892 Friedrich von Woedtke heiratete.

Zwei Jahre vor seinem Tod steht er im Berliner Adressbuch von 1872: »v. Gerlach, L., Hauptm. im Garde-Füsilier-Regt., Chausseestr. 38a«. Da war er seit zwei Jahren Witwer mit zwei kleinen Töchtern. Quelle: Berliner Adressbuch 1872, Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Sein Name steht auf einem Kirchenfenster, und das ist mehr, als von den meisten seiner Generation bleibt. In der Patronatskirche zu Wittenmoor, dem Gut seiner Schwiegereltern in der Altmark, liess die Familie von Alvensleben um 1895 elf Fenster einbauen. Eines der drei Nordfenster trägt oben das Allianzwappen von Gerlach und von Alvensleben – der wachsende Schimmel aus Flammen neben dem Alvenslebenschen Schild – und darunter die Namen: »† Elisabeth Louise von Gerlach geb. von Alvensleben & Leopold von Gerlach«, dazu das Wort aus der Offenbarung: »Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind.«

Für die Geschichte des Familienwappens ist das Fenster wichtiger, als es aussieht. Es ist datierbar, es ist erhalten, und es stammt nicht aus dem eigenen Haus, sondern von der Schwiegerfamilie. Der Schild zeigt den Schimmel aus Flammen – und keinen roten Schildrand.

Quellen des Nachtrags: Familie von Alvensleben e. V., Seite zur Kirche in Wittenmoor; Cornelia Aman, Glasmalereien des 19. Jahrhunderts. Sachsen-Anhalt. Die Kirchen, Edition Leipzig 2003, S. 495–497.

DIE ANZEIGE DES OFFIZIERKORPS

Die Allgemeine Militär-Zeitung druckte am 22. Juli 1874 die Anzeige seines Regiments: »Heute früh ½8 Uhr verschied nach langem, schweren Leiden an der Lungenschwindsucht der Königliche Hauptmann im 2. Garde-Regiment z. F. und Adjutant der 2. Garde-Infanterie-Division, Ritter des Eisernen Kreuzes I. Classe Leopold von Gerlach. Das Offizier-Corps betrauert in dem Dahingeschiedenen einen ebenso tüchtigen Offizier wie liebenswürdigen Kameraden. Berlin, 22. Juli 1874. Im Namen des Offizier-Corps des 2. Garde-Regiments z. F. … von Passow, Oberst-Lieutenant«. Die Anzeige ist auf den 22. Juli datiert und sagt »heute«; das Handbuch und die Taschenbücher nennen den 21. Juli – eine Anzeige vom 22. kann am Tag nach dem Tod abgefasst sein. Neu sind die Todesursache, die auch den Aufenthalt seiner Frau in Mentone erklärt, das Eiserne Kreuz erster Klasse und die Stunde. Bei der Vermählung im Mai 1867 war er »Hauptm. und Komp. Chef im Inf. Regt. Nr. 80« (Militär-Wochenblatt 15. Mai 1867) – des kurhessischen Füsilier-Regiments, dessen Standorte den Geburtsort Diez seiner ersten Tochter erklären; die Ranglisten von 1864 und 1866 führen ihn davor als Premierleutnant im 3. Garde-Regiment zu Fuss, aus dem er 1866 als Hauptmann zum Regiment Nr. 80 ging. 1871 stand er im Garde-Füsilier-Regiment (Reichsanzeiger 30. Mai 1871, Ordensliste). Den Tod seiner Frau in Mentone meldete das Militär-Wochenblatt am 3. Februar 1872. Sein Bildnis im Stammbaum ist die Photographie eines Offiziers des 3. Garde-Regiments zu Fuss aus dem Jahr 1864 in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek, die nach den Ranglisten nur ihn zeigen kann.

Quellen: Allgemeine Militär-Zeitung, Personal-Anzeiger, 22. Juli 1874, S. 3; Militär-Wochenblatt 15. Mai 1867, S. 8, und 3. Februar 1872, S. 11; Deutscher Reichsanzeiger 30. Mai 1871, S. 1 (Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek); Rang- und Quartier-Liste 1864, S. 112, und 1866, S. 115 (MDZ bsb10594901, bsb10594903); Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Inv. P8-G-58.

DIE GANZE LAUFBAHN

Zwei Regimentsgeschichten führen ihn mit laufender Nummer und vollständigem Dienstweg: das dritte Garde-Regiment zu Fuss unter Nummer 90 seiner Personalanlage von 1891, das erste Garde-Regiment zu Fuss unter Nummer 415 seines Personalnachweises von 1881. Der erste Eintrag lautet: »v. Gerlach, Leopold, geb. 26. 6. 39 Berlin. Eintritt 4. 11. 56 in 1. Garde-Regt. z. F. als Sek. Lt. In 3. Garde-Regt. z. F. vers. 23. 2. 61, 16. 12. 62 Pr. Lt., 1860 bis 1863 Kriegs-Akademie; Feldzug 1864: Düppel, Nübel, Fredericia, 1. 1. bis 11. 6. und 20. 7. bis 30. 10. 66 k. als Komp. Führer z. Unteroffiz. Schule Potsdam; Feldzug 1866: Münchengrätz, Königgrätz; – vers. 30. 10. 66 in Inf. Regt. 80 als Hauptm. und Komp. Chef, vers. 18. 6. 69 in Garde-Füs. Regt.; Feldzug 1870/71: St. Privat, Beaumont, Sedan, Stains, Pont Jblon, Paris; E. K. 2, E. K. 1; vers. 15. 1. 74 in 2. Garde-Regt. z. F. und k. als Adj. z. 2. Garde-Inf. Div.« Mit siebzehn Jahren war er eingetreten; sieben Gefechtsorte und beide Eiserne Kreuze stehen in einer einzigen Zeile.

Aus dem Feldzug 1870 hält die Geschichte des ersten Garde-Regiments zu Fuss eine Woche fest, in der er ein fremdes Bataillon führte. Am 24. August 1870 wurde »der Hauptmann v. Gerlach vom Garde-Füsilier-Regiment als Führer des Füsilier-Bataillons an Stelle des bisherigen Führers Premierlieutenant v. Arnim I. kommandirt«; am Abend des 30. August, im Biwak auf dem Schlachtfeld von Beaumont, trat »laut Divisionsbefehl Hauptmann v. Gerlach zum Garde-Füsilier-Regiment zurück«.

Beide Werke setzen seinen Tod auf den 22. Juli 1874: die Anlage von 1891 mit »22. 7. 74 gest.«, der Personalnachweis von 1881 mit »22. Juli 1874 zu Berlin verstorben«.

Quellen: Das 3. Garde-Regiment zu Fuß 1860 bis 1890, Berlin 1891, Anlagen Nr. 90 (MDZ bsb11532859, Bild 00485); Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß 1857–1871, Berlin 1881, Personalnachweis Nr. 415 sowie die Bilder 00197 und 00200 des Digitalisats (MDZ bsb11508550).

Sources

Where the entries on this page come from.

Date of birth
JvG 2015, S. 231–235
Date of death
JvG 2015, S. 231–235

Parents

Siblings (6)

Spouses / partners

Children (2)

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