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Person record

Karl Friedrich Otto von Gerlach

* 12 April 1801 · Berlin† 24 October 1849 · Berlin
Karl Friedrich Otto von Gerlach
Gender
male
Birth
12 April 1801 · Berlin
Death
24 October 1849 · Berlin
Burial
27 October 1849 · Berlin, Brandenburg, Preußen
Age
48 years

Theologe, Pfarrer an St. Elisabeth, Hof- und Domprediger. Geboren am 12. April 1801 in Berlin, gestorben ebenda am 24. Oktober 1849, achtundvierzig Jahre alt. Woran, sagen die Zeugen verschieden: überliefert ist die Ruhr; Leopolds Tagebuch schreibt am Todestag »im torpor, wahrscheinlich in Folge eines am Morgen eingetretenen Blutschlages«, und sein Rückblick von 1857 spricht von »schneller wiederkehrende[n] Recidiven und endlich einen Schlag«.

Der jüngste der vier Brüder war der einzige, der nicht in den Staatsdienst ging. Er begann mit den Rechten und wechselte zur Theologie. Von 1835 an hatte er die Pfarre an der Elisabethkirche im Norden Berlins – dem Bezirk der Fabriken und der Mietskasernen, in dem die Gemeinde schneller wuchs, als Kirchen gebaut werden konnten. Dort richtete er Schulen ein, Kleinkinderbewahranstalten und eine der ersten Diakonissenanstalten Preussens. Später wurde er Hof- und Domprediger und gehörte zum engsten Kreis Friedrich Wilhelms IV.

Zwei Dinge überdauerten ihn. Das eine sind seine Bibelkommentare, die noch ein halbes Jahrhundert später in den Pfarrhäusern standen. Das andere sind die Einrichtungen, die er in Berlin gegründet hat und die ihn um Jahrzehnte überlebten. Die Reihe ist lang und fast durchweg auf die Gemeinde gerichtet, in der er stand: der erste evangelische Jünglingsverein, ein Frauenverein, ein Handwerkerverein, ein Sparverein, ein Schulbesuchsverein, ein Predigerhilfsverein und 1843 das Konvikt für Theologiekandidaten. Schon 1828, mit siebenundzwanzig Jahren, hatte er an der Gründung eines Missionsseminars mitgewirkt.

Ein Gut hat er nie besessen, wohl aber einen Anteil an einem. Das Brünner Taschenbuch von 1892 führt ihn als »Mitbesitzer von Rohrbeck« – und als Doctor der Theologie. Nach dem Tode des Vaters gehörte das neumärkische Gut den vier Brüdern gemeinschaftlich, zusammen mit der Tochter ihrer Schwester, der Gräfin Stosch. Sie wurde abgefunden, später die Töchter der Brüder und zuletzt er selbst, »als er in den Kirchendienst trat«; seinen Anteil erwarb der Bruder Leopold, der damit die eine Hälfte hielt. Ein Viertel an Rohrbeck, abgegeben, als er Pfarrer wurde – mehr an Grundbesitz verzeichnet keine Quelle für ihn.

Aus dem Blick verlor er das Gut deshalb nicht. Als ihn der Streit um die Trauung geschiedener Personen das Amt kosten konnte – das Konsistorium antwortete auf seine Gewissensbedenken mit dem Hinweis auf seine Pflichten als Staatsdiener und mit Geldstrafen –, schrieb der Bruder Ludwig, Leopold spreche schon »von Ottos Ziehen nach Rohrbeck und Wohnen daselbst mit fünfhundert Thlr. jährlich«. Zwei Akten des Geheimen Staatsarchivs halten den Vorgang fest: I. HA Rep. 99 Nr. 436 über die verweigerte Trauung Geschiedener, 1835, und Nr. 2971 über die Beschwerden insgesamt, 1835 bis 1847.

Was er statt eines Gutes gründete, steht in derselben Registratur. 1842 und 1843 verhandelte das Konsistorium über die »Stiftung eines Kandidatenkonvikts in der Elisabethgemeinde zu Berlin durch den Prediger Otto von Gerlach« (I. HA Rep. 99 Nr. 437) – ein Haus für Theologiekandidaten in dem Fabrikbezirk, in dem er predigte.

Bevor er die Pfarre bekam, wohnte er im Elternhaus. Das Adressbuch von 1835 führt ihn als »Licentiat der Theologie und Privatdozent an der Universität« hinter der katholischen Kirche 1 – unter derselben Nummer den Bruder Leopold, den Major im Generalstabe. Danach hat er immer in seinem Sprengel gewohnt und ist viermal umgezogen, ohne ihn zu verlassen: 1836 Brunnenstrasse 2, 1839 Auguststrasse 69, spätestens 1843 Invalidenstrasse 5, 1848 Louisenstrasse 18. Die Adressbücher führen ihn dabei zunächst als Prediger an der Elisabethkirche, von 1843 an als Licentiaten der Theologie und Pastor zu St. Elisabeth, 1847 als Konsistorialrat, 1848 als Konsistorialrat und Hofprediger. Zweimal steht hinter der Anschrift die Sprechstunde – 1839 »8–9 Morgens«, 1843 »8–9 und 3—4 Uhr«: Der Pfarrer des ärmsten Bezirks der Stadt liess in das Adressbuch drucken, wann er zu sprechen war. In der Invalidenstrasse wohnte er im Kommunalgebäude Nummer 5, drei Grundstücke von seiner Kirche entfernt, zusammen mit zwei Lehrern und der Witwe eines Rendanten.

Am 23. oder 25. Juni 1835 heiratete er in Berlin Pauline von Blanckenburg aus dem Hause Zimmerhausen in Pommern. Ihre Söhne Konrad und Leopold Friedrich begründeten den Zweig, den die Familie »die Ottonen« nannte. Als er starb, war sein Bruder Leopold bei ihm.

Quellen: Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser (Brünn: Buschak & Irrgang, ab Jahrgang 10 Friedr. Irrgang), Jahrgang 17 (1892), Seite 97; Aufzeichnungen aus dem Leben Ernst Ludwigs von Gerlach, Schwerin 1903, Seite 25 mit Fussnote und Seite 233; Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 99 (Ober-)Konsistorium, Nr. 436, 437 und 2971.

WIE WEIT SEINE KANZEL UND SEIN BUCH REICHTEN

Zwei Stellen in der Biographie Kleist-Retzows zeigen ihn von aussen, und beide betreffen sein Werk, nicht seine Person.

Die erste gilt der Kanzel. Der junge Kleist hörte in Berlin um 1840 die bekanntesten Prediger der Stadt, darunter den rhetorisch begabten Franz Theremin; er fand ihn »recht christlich und wahrhaft bewegend«, aber »erweckt« sei er durch ihn nicht worden. »Mehr zog ihn Otto v. Gerlach in der Elisabethkirche an«, schreibt sein Biograph. Die Kirche im Norden der Stadt zog also Zuhörer aus Kreisen, die nicht zu ihrem Sprengel gehörten.

Die zweite gilt dem Buch. Als Kleist in derselben Zeit anfing, täglich um vier Uhr aufzustehen und eine Stunde in der Bibel zu lesen, begann er mit dem Neuen Testament und schrieb: »Dazu habe ich mir den Gerlach gekauft und bin hocherfreut, zum Verständnis des Ganzen wie Einzelnen recht viel daraus lernen zu können.« Von »Gerlach« begeistert, schenkte er das Werk auch seinen Eltern. Gemeint ist ersichtlich der Bibelkommentar, den Otto von Gerlach seit 1834 herausgab; ein anderes Buch, das man in dieser Sache schlicht »den Gerlach« nennen konnte, gab es nicht. Ein Nachname wird hier zum Titel – so weit war das Werk verbreitet, während der Verfasser noch predigte.

Quelle des Nachtrags: Herman von Petersdorff, Kleist-Retzow. Ein Lebensbild, Stuttgart und Berlin 1907, S. 20 und 27.

ZWÖLF JAHRE VOR SEINEM TOD

Im April 1837 hätte sein Leben schon zu Ende sein können. An dem Tag, an dem im Hause seines Bruders Ernst Ludwig in Frankfurt an der Oder der Neffe Leopold am Scharlachfieber starb, erkrankte er in Berlin an einem typhösen Nervenfieber mit Gehirnentzündung. Es steigerte sich unter Phantasien und Bewusstlosigkeit bis zum 13. April, dem Todestag des Neffen Ernst, so weit, dass man an diesem Tag seinen Tod binnen Stunden erwartete. Dann setzte eine langwierige, von Rückfällen unterbrochene Besserung ein. »Es ist erstaunlich, was er in den Jahren 1835, 1836, 1837 hat leiden müssen«, schreibt sein Bruder.

Woran es lag, schreiben die Briefe des Bruders Leopold, der an seinem Bett wachte: Sie bringen die Krankheit »mit der schweren Last seines Amtes, der Seelsorge über 11000 Menschen« in Verbindung, in welchem er »statt Gemeinschaft und Hülfe Widerwärtigkeit und Hemmungen von oben« finde. Elftausend Seelen an der Elisabethkirche, drei Jahre nach Amtsantritt – und die Hemmnisse kamen nicht aus der Gemeinde, sondern von der Behörde.

Quelle des Nachtrags: Ernst Ludwig von Gerlach, Aufzeichnungen aus seinem Leben und Wirken 1795–1877, Schwerin 1903, Band 1, S. 238 f.

WARUM ER 1835 HEIRATETE

Die Reihenfolge steht in den Aufzeichnungen seines Bruders, und sie ist nicht die romantische: »Bald nachher wurde mein Bruder Otto als Pastor an der Elisabethkirche in Berlin angestellt. Am 25. Juni fand infolge dieser Anstellung seine Heirat mit meiner Schwägerin Pauline Blanckenburg statt.« Erst das Amt, dann die Ehe – ein Pfarrer brauchte eine Stelle, ehe er heiraten konnte.

Getraut wurden sie von Strauß im Dom. Die Feier fand danach in der Wohnung der gemeinsamen Schwiegermutter statt, im grossen Veronaschen Hause Unter den Linden, wo sechs Jahre zuvor schon sein Bruder Ernst Ludwig gefeiert hatte – die beiden Brüder hatten zwei Schwestern von Blanckenburg geheiratet. Sein Bruder erinnerte sich vierzig Jahre später noch an ein Bild aus dieser Trauung: »wie der kleine allerliebste Jakob mit vor dem Altar saß in einem grünen Habit«. Der Fünfjährige war der jüngste der Waisen seines Bruders Wilhelm.

Am Tag darauf, dem 26. Juni, wurde er von Bischof Neander in Gegenwart des Königs feierlich in sein neues Amt eingeführt.

Der Stammbaum führt als Hochzeitstag den 23. Juni; sein Bruder, der dabei war, schreibt den 25.

Quelle des Nachtrags: Ernst Ludwig von Gerlach, Aufzeichnungen aus seinem Leben und Wirken 1795–1877, Schwerin 1903, Band 1, S. 227.

SEIN HUNDERTSTER GEBURTSTAG

Am 14. April 1901, dem Sonntag Quasimodogeniti, zweiundfünfzig Jahre nach seinem Tod, beging die St.-Elisabeth-Gemeinde, deren erster Seelsorger er gewesen war, seinen hundertsten Geburtstag mit einem Gedächtnisgottesdienst. Die Kirche war mit Blumen und Topfgewächsen geschmückt, und wer kam, meldete die Norddeutsche allgemeine Zeitung: der Generalsuperintendent Faber, der Präsident des Abgeordnetenhauses von Kröcher – aus der Familie, in die seine Nichte Bertha geheiratet hatte –, seine Tochter, »die hochbetagte Gräfin Reichenbach«, zwei Enkelkinder, »Frau Pastor v. Gersdorff mit ihrem Gatten«, das Herrenhausmitglied von Gerlach-Parsow und sein Grossneffe, der Oberpfarrer von Gerlach aus Rothenburg. Und, eigens erwähnt: »Auch eine Konfirmandin Gerlachs war zugegen« – eine Frau, die er vor mehr als einem halben Jahrhundert eingesegnet hatte.

Die Gedenkrede hielt Pfarrer von Ranke. Er erzählte, wie Friedrich Wilhelm III. für den Norden Berlins vier neue Kirchen bauen liess und wie Gerlach sich unter ihnen gerade die schwierigste Gemeinde aussuchte, um unter den Ärmsten der Armen zu wirken. Und er hob hervor, Gerlach sei »der erste Geistliche« gewesen, »der sich auch der Gefangenen anzunehmen suchte«. Nach der Predigt sprach sein Grossneffe Martin von Gerlach, damals Pastor des Brüderhauses Zoar bei Rothenburg.

Quellen des Nachtrags: Norddeutsche allgemeine Zeitung vom 16. April 1901, S. 7, Rubrik »Aus Berlin. Montag, 15. April.« (Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek); Missionsberichte der Gesellschaft zur Beförderung der evangelischen Missionen unter den Heiden, 1901, S. 247.

»DER THEOLOGE«

Wie bekannt er über die Grenzen hinaus war, zeigt eine Nebensache. Am 13. Oktober 1849, elf Tage vor seinem Tod, berichtete das Pariser Blatt des französischen Protestantismus über den Wittenberger Kirchentag und stellte seinen Bruder Ernst Ludwig den Lesern so vor: »Herr von Gerlach, der Bruder des Theologen«. Nicht der Kammerabgeordnete brauchte eine Erklärung, sondern der Prediger war die Erklärung. In den protestantischen Kreisen Frankreichs war »le théologien« ohne Vornamen verständlich.

Quelle des Nachtrags: Archives du christianisme au XIXe siècle, Paris, Ausgabe vom 13. Oktober 1849 (Digitalisat der Bibliothèque nationale de France, gemeinfrei).

DER ÜBERSETZER

Eine Pariser Bücherschau vom 9. April 1836 nennt ihn. Der Berliner Verlag L. Oehmigke, heisst es dort, habe seit 1834 mehrere der Reden des Herrn Grandpierre herausgebracht und wolle damit fortfahren; »einer der Übersetzer der neun Predigten, die bereits erschienen sind, ist Herr von Gerlach, Pfarrer der Elisabethkirche zu Berlin«.

Jean-Henri Grandpierre war Direktor des Pariser Missionshauses und eine der bekanntesten Stimmen des französischen Réveil, jener Erweckungsbewegung, die vom welschen Genf und vom Elsass her nach Deutschland wirkte. Der Pfarrer der ärmsten Berliner Gemeinde übersetzte also nebenher aus dem Französischen – und zwar von dem Jahr an, in dem er die Pfarre antrat. Neun Predigten waren 1836 schon gedruckt; die Notiz nennt ihn einen von mehreren Übersetzern.

Die Elisabethgemeinde war seine Arbeit, die Anstalten und Schulen waren seine Arbeit – und daneben stand er in einem europäischen Netz, das von Paris über Berlin nach Osten lief, und arbeitete an dessen deutscher Seite mit.

Quelle des Nachtrags: Archives du christianisme au XIXe siècle, Paris, Ausgabe vom 9. April 1836 (Digitalisat der Bibliothèque nationale de France, gemeinfrei; Übersetzung eigen).

DIE WEIGERUNG VON 1839

Er hat sich einmal quergestellt, und zwar öffentlich und gegen sein eigenes Ministerium. Ein Berliner Bericht vom 1. August 1839, gedruckt in einem Gothaer Blatt, sagt es mit Missfallen: »Bey dem Streite über gemischte Ehen mit der katholischen Kirche sehen wir jetzt auch den protestantischen Pietismus hartnäckiger als je den Gesetzen des Staates gegenüber treten, und sich auf göttliche Satzungen berufen, um den weltlichen Gehorsam zu verkennen. Seit längerer Zeit schon weigert sich der hiesige Prediger von Gerlach, geschiedene Personen zur Schließung einer neuen Ehe einzusegnen, und keine Abmahnungen seiner Vorgesetzten und des Ministeriums haben ihn zur Nachgiebigkeit bewegen können.«

Das preussische Landrecht liess die Scheidung weit zu, und wer geschieden war, durfte wieder heiraten. Der Pfarrer der Elisabethgemeinde segnete solche Ehen nicht ein. Ermahnungen halfen nicht, und am Ende schrieb er ein Buch darüber: »Kirchenrechtliche Untersuchung der Frage: Welches ist die Lehre und das Recht der evangelischen Kirche, zunächst in Preußen, in Bezug auf die Ehescheidung und die Wiederverheirathung geschiedener Personen?«, erschienen 1839. Der Berliner Berichterstatter fügt hinzu, sie solle ihn »im theologischen Wege rechtfertigen«, sei aber »von verschiedenen Seiten schon gebührend widerlegt« worden.

Der Streit blieb nicht bei ihm. Drei Jahre später holte der Justizminister von Savigny seinen Bruder Ernst Ludwig nach Berlin, um das Ehescheidungsgesetz auszuarbeiten. Was der Pfarrer im Einzelfall verweigerte, sollte der Richter allgemein ordnen.

Quelle des Nachtrags: Allgemeiner Anzeiger und Nationalzeitung vom 19. August 1839, Berliner Bericht vom 1. August (Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek); die Schrift nach dem Verbundkatalog K10plus, drei Datensätze, ein Digitalisat ist nicht nachgewiesen.

DAS BIBELWERK AUF FRANZÖSISCH

Dass seine Bibelkommentare in deutschen Pfarrhäusern standen, war bekannt. Dass sie auch auf Französisch erschienen, und zwar noch zu seinen Lebzeiten, stand in keiner Darstellung.

Das Pariser Blatt des französischen Protestantismus verfolgt das Unternehmen über drei Jahre. Im September 1845 kündigt es die Schriften des Alten und des Neuen Testaments an, »erklärt durch Anmerkungen und Einleitungen zu jedem Buche, nach Herrn Otto von Gerlach«. Im Mai 1846 heisst es: »Wir freuen uns darüber aufrichtig« – und weiter, wenn Gott dieses zu seiner Ehre unternommene Werk segne, »wird dieselbe Weise für die Herausgabe des Alten Testaments angewandt werden«. Im Dezember 1847 steht der Titel noch einmal in der Bücherliste: »Das Neue Testament unseres Herrn Jesus Christus, mit erklärenden Anmerkungen und Einleitungen zu jedem Buche, nach Herrn O. von Gerlach«.

Eine Bearbeitung, nicht eine Übersetzung des ganzen Werkes: »d'après« heisst, dass französische Herausgeber seine Anmerkungen und Einleitungen ihrem eigenen Bibeltext beigaben, in Lieferungen, für Leser, die von Berlin nichts wussten. Der Pfarrer der ärmsten Berliner Gemeinde erklärte auf diesem Weg die Bibel in einem Land, in dem er nie gewesen ist – und zwar in denselben Jahren, in denen er die Elisabethgemeinde führte.

Quelle des Nachtrags: Archives du christianisme au XIXe siècle, Paris, Ausgaben vom 27. September 1845, 23. Mai 1846 und 11. Dezember 1847 (Digitalisate der Bibliothèque nationale de France, gemeinfrei; Übersetzungen eigen).

Wer die Arbeit tat, nennt dasselbe Blatt drei Jahre später. Am 14. Juli 1851: »Wir besitzen den ersten Band des Kommentars von Gerlach, übersetzt von den Herren Bonnet und Baup, und hoffen bald die Fortsetzung zu erhalten.« Und ein halbes Jahr vorher, mitten in einer Auslegung des Lukasevangeliums, führt das Blatt die beiden als Gewährsleute an: »Lukas, wiederholen die Herren Bonnet und Baup in ihrem vortrefflichen Kommentar nach Gerlach, Lukas erzählt ausführlicher.« Zwei Jahre nach seinem Tod erschien sein Werk in Frankreich also weiter, Band für Band, und wurde dort zitiert wie ein eigener Kommentar.

Quelle des Nachtrags: Archives du christianisme au XIXe siècle, Paris, Ausgaben vom 11. Januar und 14. Juli 1851 (Digitalisate der Bibliothèque nationale de France, gemeinfrei; Übersetzungen eigen).

UNTER DEN AUSLEGERN

Sieben Jahre nach seinem Tod steht sein Name in einer Aufzählung, die zeigt, wohin er gehörte. Ein Pariser Aufsatz vom 27. Dezember 1856 zählt auf, welche Hilfsmittel eine gründliche Auslegung heranziehen müsse: die Septuaginta, die Kirchenväter, die fremdsprachigen Übersetzungen »und die der zeitgenössischen Ausleger Hengstenberg, Tholuck, Lisco, Gerlach und anderer«. Drei Berliner und Hallenser Theologen und er, in einer Reihe, in einem französischen Blatt.

Und noch ein Nachtrag zum Bibelwerk: Der volle Titel der französischen Ausgabe steht in der Bücherliste vom 24. Februar 1855 – »Das Neue Testament unseres Herrn Jesus Christus, mit erklärenden Anmerkungen und Einleitungen zu jedem Buche, nach Herrn O. von Gerlach, von L. Bonnet und Ch. Baup«. Sein Name stand also auf dem Titelblatt, vor dem der Übersetzer.

Quelle des Nachtrags: Archives du christianisme au XIXe siècle, Paris, Ausgaben vom 24. Februar 1855 und 27. Dezember 1856 (Digitalisate der Bibliothèque nationale de France, gemeinfrei; Übersetzungen eigen).

STETTIN, 1936

Auch sein schriftlicher Nachlass ist 1936 mit denen seiner Brüder nach Stettin gegangen. Ein Archiv-Sonderheft der pommerschen Landeszeitschrift zählt im April 1938 die Adelsarchive auf, die das dortige Staatsarchiv als Depositum aufgenommen hatte, und nennt unter der Repositur 38d neben »v. Gerlach-Parsow (1931)« und »v. Gerlach-Nordhausen (1929)« auch »v. Gerlach-Berchtesgaden (1936; mit den für die allgemeine preußische Geschichte höchst bedeutenden Nachlässen der Gebrüder Ludwig, Leopold und Otto v. Gerlach und wichtigen Korrespondenzen aus der Zeit der preußischen Erneuerung zu Anfang des vorigen Jahrhunderts – vor allem Beymes«.

Ein Depositum bleibt Eigentum dessen, der es hinterlegt. Was in den Jahren nach 1936 mit den Kisten geschah, sagt keine der hier benutzten Quellen.

Quelle des Nachtrags: Adolf Diestelkamp, Das Staatsarchiv Stettin seit dem Weltkriege, in: Monatsblätter der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, 52. Jahrgang Nr. 4 (April 1938), S. 77.

SEINE KINDER NACH DEM HANDBUCH VON 1893

Das Handbuch des Preußischen Adels zählt zehn: Konrad Leopold Henning (Berlin 29. April 1836), ein Sigmund, in Berlin geboren und gestorben, zwei ungetaufte Zwillingssöhne auf Kläden, Leopold Friedrich (Berlin 26. Juni 1839), Adelheid Bertha (Berlin 19. Oktober 1840), Hedwig Agnes (Berlin 22. April 1842 – 27. November 1876), Ulrich (Berlin 4. Juni 1843, jung gestorben), Sigmund (Berlin 26. Juli 1844 – Oktober 1847) und Elisabeth (Berlin 2. Januar 1846 – Oktober 1847). Von elf Kindern haben ihn vier überlebt, drei davon um Jahrzehnte. Dass die Zwillinge auf Kläden zur Welt kamen, dem Gut des verstorbenen Bruders Wilhelm in der Altmark, zeigt, wo die Familie in den Sommern der späten dreissiger Jahre lebte.

AUS DEM LETZTEN JAHR

Der Neue Nekrolog der Deutschen (Jg. 27, 1849, Nr. 2060) nennt ihn »k. Konsistorialrath u. Hof- u. Domprediger, seit Anfang 1849 zugleich ordentl. Honorarprofessor in der das. theol. Fakultät«. Am 26. Februar 1849 hielt er im Dom die Predigt zur Eröffnung der Kammern vor dem König, über Micha 6; die Blätter von Frankfurt bis Augsburg berichteten, er habe »eine Parallele des vorchristlichen und des christlichen Deutschlands mit steter Anwendung auf die gegenwärtigen Verhältnisse« gezogen. Seine letzte Predigt hielt er am Sonntag, dem 21. Oktober 1849, im Dom; am Morgen des 24. verschied er »ganz unerwartet« (Hamburgischer Correspondent 27. Oktober 1849). Ein Berliner Korrespondent schrieb, damit sei »das Brüder-Triumvirat zerrissen, welches man in den drei großen Zweigen des Staatslebens, der Kirche, dem Heer und dem Beamtenthum« kannte. Die Lithographie Randels, die sein Bild im Stammbaum trägt, erschien nicht um 1840, sondern zehn Tage nach seinem Tod: Am 3. November 1849 zeigte die Vossische Zeitung an, bei W. Hertz sei »das sehr ähnliche Portrait des Consist.-Rathes Dr. Otto v. Gerlach, gem. von Randel, lith. von C. Lange« erschienen. Sein Grab auf dem Domfriedhof II ist erhalten.

Quellen: Neuer Nekrolog der Deutschen 27 (1849), Weimar 1851 (MDZ bsb10070890, Bild 1384); Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung 28. Februar 1849, S. 5; Hamburgischer Correspondent 27. Oktober 1849, S. 1; Vossische Zeitung 26. Oktober und 3. November 1849; Kölnische Zeitung 27. Oktober 1849 (Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek).

Wie plötzlich sein Tod kam, meldete auch die österreichische Presse. Die Klagenfurter Zeitung schrieb, er sei am Morgen des 24. Oktober 1849 ganz unerwartet gestorben und habe noch am vorangegangenen Sonntag im Berliner Dom gepredigt. Die Deutsche Allgemeine Zeitung fasste eine Woche später zusammen, was die Zeitgenossen in den Brüdern sahen: ein »Brüdertriumvirat«, das in Kirche, Heer und Beamtentum zugleich wirkte – und mit ihm sei dieser Bund zerrissen. Quellen: Klagenfurter Zeitung, 3. November 1849, S. 5 (ANNO_kfz18491103); Deutsche Allgemeine Zeitung, 1. November 1849, S. 6 (ANNO_dea18491101), beide Österreichische Nationalbibliothek, ANNO.

Begraben wurde er am 27. Oktober 1849. Noch die Prager Zeitung meldete es und beschrieb ihn dabei so, wie ihn die liberale Presse sah: als den bekannten, sehr orthodoxen, ja pietistischen Hof- und Domprediger, einen jüngeren Bruder des Präsidenten und Ersten-Kammer-Mitglieds und des Generalmajors von Gerlach. Quelle: Prager Zeitung, 30. Oktober 1849, nach einer Berliner Zuschrift vom 27. Oktober.

DIE SCHWEIZREISE VON 1819

Im Spätsommer 1819 reiste der Achtzehnjährige mit den Söhnen Friedrich Leopolds zu Stolberg in die Schweiz. Auf den Wällen von Bern lernten sie Herzog Adolph von Mecklenburg kennen und verbrachten zwei Abende mit ihm und dessen Freund Karl Ludwig von Haller, dem Restaurator der Staatswissenschaften. Hallers Eindruck fiel bei ihm weniger günstig aus als der des »höchst vortrefflichen, wahrhaft christlich gesinnten Prinzen« – so schrieb er am 13. Oktober 1819 aus Heidelberg an seinen Bruder Leopold. Ein Jahr später, am 20. Juli 1820, setzte er in Göttingen ein Glückwunschschreiben an Haller zu dessen zweiundfünfzigstem Geburtstag auf, das er selbst angeregt hatte und das neun Studenten unterzeichneten. Das Original liegt im Staatsarchiv Freiburg in der Schweiz; die Unterschriften sind eigenhändig, auch die seine. Haller antwortete ihm in einem langen Brief. Damit kannten beide Brüder Haller persönlich: Otto seit 1819 in Bern, Ernst Ludwig seit dem Besuch in Solothurn am 22. September 1847.

Auch sein Bibelwerk ging in die Schweiz. Die französische Fassung erschien von 1846 bis 1855 in vier Lieferungen bei L.-R. Delay in Paris, der zweite Band mit der Adresse des Genfer Verlegers Émile Béroud; schon am 19. Mai 1846 bot eine Lausanner Buchhandlung den ersten Band an, und am 8. Februar 1852 kündigte das Journal de Genève die erste Lieferung des zweiten Bandes für sechs Franken an. Wie weit die Bände reisten, zeigt ein Exemplar in der Bibliothek von Schloss Wildegg im Aargau: Band fünf und sechs der Berliner Ausgabe von 1840, in Kartonbänden mit marmoriertem Papier, mit der handschriftlichen Widmung »Frau von Effinger zu freundl. Erinnerung an J. J. Hagnauer, 6. Oct. 1863«.

Quellen: Heribert Raab, Friedrich Leopold zu Stolberg und Karl Ludwig v. Haller, in: Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte 62 (1968), S. 338 und 359 f.; Hans-Joachim Schoeps (Hg.), Aus den Jahren preussischer Not und Erneuerung, Berlin 1963, S. 602 f. und 617 f.; swisscovery (SLSP) MMS 991025701249705501 und 991171269838605501; Gazette de Lausanne 19. Mai 1846, S. 4; Journal de Genève 8. Februar 1852, S. 4.

Was mit seiner Bibliothek geschah, steht in Brüssel. Die Königliche Bibliothek Belgiens verwahrt den Versteigerungskatalog: »Auktionskatalog S. Ch. Graeger, Provenienz: Otto von Gerlach, Consistorial Rath zu Berlin«, angesetzt auf den 4. Juni 1850, vierundsechzig Seiten mit fünftausendzwei Losen – sieben Monate nach seinem Tod. Aus dem letzten Jahr seines Lebens ist noch ein Auftritt belegt: Am 18. Januar 1849 hielt er beim Ordensfest die Festpredigt in der Schlosskapelle. Quellen: KBR Brüssel, Syracuse 21112467; niederländische Presse vom Januar 1849 (Delpher).

Auch nach Norden ging sein Bibelwerk. In Christiania erschien es bei Johan Dahl in fünf Teilen von 1858 bis 1863; 1867 folgte bei Cappelen seine Katechismusauslegung in der Übertragung Wilhelm Kaurins, und zwischen 1843 und 1861 boten die Christianiaer Buchhändler Luthers Werke in seiner Ausgabe an. Drei Bände der norwegischen Fassung liegen bis heute als Museumsstücke im Telemark Museum. Quellen: Morgenbladet (Christiania), 28. November 1861; Katalog der Nasjonalbiblioteket; Telemark Museum.

DAS BIBELWERK AUF ENGLISCH

Elf Jahre nach seinem Tod erschien ein Stück seines Bibelwerks in englischer Sprache, und zwar in Edinburgh.

»Commentary on the Pentateuch. Translated from the German of Otto von Gerlach« kam 1860 bei T. & T. Clark in Edinburgh und bei Smith, English & Co. in Philadelphia heraus, vier und fünfhundertfünfundachtzig Seiten. Übersetzer war der Reverend Henry Downing, Pfarrer von St Mary’s in Kingswinford in Staffordshire.

Downings Vorwort, datiert Dezember 1859, enthält ein englisches Lebensbild des Verfassers. Es nennt die Mutter aus der Familie von Raumer, sagt, die Familie des Vaters stamme ursprünglich aus Pommern und habe drei Generationen hindurch Staatsämter bekleidet, und führt Otto als den jüngsten von vieren. Es nennt Berlin, Heidelberg und Göttingen als Universitäten, erst die Rechte, dann die Theologie, und als Lehrer Schleiermacher, Neander, Marheineke und Hengstenberg. Und es nennt den Grund, aus dem der König auf ihn aufmerksam wurde: die deutsche Ausgabe zweier englischer Erbauungsbücher, Richard Baxters »Ewige Ruhe der Heiligen« und »Der reformierte Pastor«. Der Herausgeber dieser Reihe – »R. Baxters ausgewählte geistliche Schriften, in Gemeinschaft mit einigen Freunden übersetzt und herausgegeben von Otto von Gerlach«, Berlin 1837 bis 1838 – war er selbst; die »Ewige Ruhe der Heiligen« wurde bis 1899 immer wieder aufgelegt. Ein englischer Puritaner des siebzehnten Jahrhunderts also war es, der ihm den Weg an den Hof bahnte, und ein englischer Pfarrer war es, der ihn ein Menschenalter später zurückübersetzte.

Warum gerade der Pentateuch, sagt Downing selbst: weil englische Kommentare zu den fünf Büchern Mose schwerer zu haben seien als zu den anderen Teilen der Schrift. Und er fügt hinzu, Professor Ranke habe ihm das Werk empfohlen als einen Bibelkommentar, »der es verdient, allen gebildeten Engländern besser bekannt zu sein«. Einen zweiten Band über die kleinen Propheten kündigte Downing an; er ist nie erschienen.

Quellen des Nachtrags: Commentary on the Pentateuch, Edinburgh: T. & T. Clark, und Philadelphia: Smith, English & Co., 1860, Titelblatt und Vorrede S. iii–iv (Digitalisat der Princeton Theological Seminary Library im Internet Archive, gemeinfrei); Katalogsätze des K10plus zu R. Baxters ausgewählten geistlichen Schriften, Berlin 1837–1838, und zu den späteren Auflagen bis 1899. Übersetzungen eigen.

DER SOMMER IN ENGLAND

Im Sommer 1842 wohnte er in London im Hause des preussischen Gesandten.

Christian Karl Josias von Bunsen war seit jenem Jahr Gesandter am Hofe von St James. Das Lebensbild, das seine Witwe 1868 in London herausbrachte, sagt in einer Fussnote: »Der ehrwürdige Otto von Gerlach war seit einiger Zeit ein geschätzter Gast, nachdem er sich bereit erklärt hatte, Bunsens beide älteste Töchter auf ihre Konfirmation vorzubereiten und zu prüfen; sie fand im Juli dieses Jahres statt.« Ein Berliner Pfarrer konfirmierte also die Töchter des preussischen Gesandten in England.

Am 18. Juni 1842 schrieb Bunsen aus Trinity Hall in Cambridge an seine Frau, sie möge Gerlach und die beiden anderen Freunde drängen, sofort mit der Eisenbahn zu kommen und geradewegs nach Trinity College zu gehen; eine Einladung von Carus werde folgen. William Carus war Fellow von Trinity und die führende Stimme der evangelikalen Richtung in Cambridge; Bunsen selbst war zur Installation des Kanzlers dort und verhandelte mit Connop Thirlwall über Kirchenfragen.

Die amtliche Frucht dieser Reise liegt gedruckt vor. 1845 erschienen in Potsdam die »Amtlichen Berichte über die in neuerer Zeit in England erwachte Thätigkeit für die Vermehrung und Erweiterung der kirchlichen Anstalten«, verfasst von ihm zusammen mit Hermann Uhden, Albrecht von Sydow und dem Architekten Friedrich August Stüler. Es ist eine Bestandsaufnahme des englischen Kirchenbaus, die dem preussischen Staat als Muster dienen sollte.

Ein Exemplar dieses Buches liegt bis heute in der königlichen Bibliothek zu Windsor. Der Katalog der Royal Collection führt es unter der Nummer RCIN 1054248 und beschreibt den Einband: roter Samt mit Goldpressung, dreiseitiger Goldschnitt. So band man kein Buch für den Handel, sondern für die Überreichung.

Quellen des Nachtrags: Frances Baroness Bunsen, A Memoir of Baron Bunsen, London 1868, Band II, S. 17 mit Fussnote; Royal Collection Trust, RCIN 1054248; Amtliche Berichte über die in neuerer Zeit in England erwachte Thätigkeit für die Vermehrung und Erweiterung der kirchlichen Anstalten, Potsdam 1845 (Digitalisat im Internet Archive, gemeinfrei). Übersetzungen eigen.

WIE WEIT DAS BIBELWERK REISTE

In Schweden erschien sein Neues Testament von 1842 bis 1844 bei Lundequist in Uppsala in drei Teilen, 1855/56 in zweiter Auflage bei Huldberg in Stockholm, das Alte Testament von 1848 bis 1856 in fünf Teilen; der Bearbeiter hiess Th. Wensjöe. Die Hefte standen über drei Jahrzehnte in den Anzeigenspalten schwedischer Blätter von Umeå bis Ystad.

Am weitesten aber reiste der Kommentar zum Johannesevangelium. 1889, vierzig Jahre nach seinem Tod, liess die schwedische Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen ihn bei St. Chrischona in der Schweiz auf Amharisch drucken, für ihre Mission in Abessinien: übersetzt von B. P. Lundahl, herausgegeben von Johann Martin Flad, dem Missionar unter den Falascha, hundertsiebenunddreissig Seiten. Ein Berliner Hofprediger, der nie aus Europa herauskam, wurde so in Äthiopien gelesen. Quellen: Libris (Schwedischer Verbundkatalog) 9983078, Bestand Lund; Katalog der Kungliga biblioteket.

Auch in Finnland wurde er gelesen, von 1842 bis 1910 in achtundzwanzig Nachweisen. Ein finnischsprachiges Buch, 1850 in Turku gedruckt, geht über eine schwedische Zwischenstufe auf seine Berliner Ausgabe von 1839 zurück. Und einer setzte sich mit ihm auseinander: Lars Levi Laestadius, der Begründer der laestadianischen Erweckung in Lappland, geht in seinem Hauptwerk an fünf Stellen auf Gerlachs Bibelerklärung ein und widerspricht ihm zum siebten Kapitel des Römerbriefs. Quellen: Kansalliskirjasto, Katalog und digitale Sammlungen; Lars Levi Laestadius, Dårhushjonet.

Bis auf die Inseln der Ostsee ging sein Bibelwerk. Eine Akte des Öselschen Provinzialkonsistoriums von 1860 hält fest, dass der Landmarschall von Güldenstubbe seine Ausgabe des Alten Testaments den Kirchen der Insel Ösel schenkte. Im baltischen Schrifttum begegnet er darüber hinaus mehrfach: 1847 nennt das Dorpater »Inland« seine Chalmers-Übersetzung als Grundlage einer Reform der Armenpflege, 1848 steht er als erster von fünf Preisrichtern, und bis 1929 führen Rigaer und lettische Blätter seine Bücher. Quellen: Rahvusarhiiv Tartu, EAA.1192.2.683; Das Inland (Dorpat) 1847 und 1848; Rigasches Kirchenblatt 1891 und 1899.

Wo die Übersetzungen aufhören, ist auch eine Antwort. Auf Spanisch und auf Portugiesisch ist das Bibelwerk nie erschienen; die Kataloge der Nationalbibliotheken beider Länder und der deutsche Verbundkatalog führen keine Ausgabe. Und der Band über die Kleinen Propheten, den die englische Ausgabe von 1860 in ihrer Vorrede ankündigte, ist nie gekommen. Quellen: Biblioteca Nacional de España; PORBASE (Portugal); K10plus.

NACH LONDON, AUF BEFEHL DES KÖNIGS

Dass er für den Berliner Kirchenbau nicht nur warb, sondern dafür ins Ausland geschickt wurde, steht in einer Kabinettsordre Friedrich Wilhelms IV. vom 31. Dezember 1845 an den Berliner Magistrat. Der König schreibt darin, die »in neuerer Zeit in London erwachte Thätigkeit für die Erweiterung der kirchlichen Anstalten und der unverhältnismäßig sich darbietende Contrast in Berlin, der so bedeutend vermehrten Population ungeachtet«, habe ihn bewogen, »die Geistlichen von Gerlach, Uhden, Sydow und den Ober-Baurath Stüler nach London zu senden, mit dem Befehl, Mir darüber Bericht zu erstatten«. Der Bericht sei erfolgt und im Druck erschienen; zwei Exemplare gingen an den Magistrat, eines davon für die Stadtverordnetenversammlung. Der Ober-Baurat ist Friedrich August Stüler, der Architekt des Neuen Museums. Die Ordre wurde abgedruckt, um Gerüchten über den Zweck der Reise entgegenzutreten. Quelle: Allgemeine Preußische Zeitung, nachgedruckt in der St. Petersburgischen Zeitung vom 16. Januar 1846 (difmoe.eu).

DAS BIBELWERK IN REYKJAVÍK
Wie weit sein Bibelwerk gekommen ist, lässt sich in Island auf das Jahr genau sagen. Die Zuwachsliste der isländischen Nationalbibliothek verzeichnet 1911 den Eingang: »Gerlach, Otto von: Forklaring over d. nye Testamente. Overs. af O. A. Aabel. 1.–2. deel. 2. opl. Chria 1867, 1870.« Es ist also nicht die deutsche Ausgabe und keine isländische, sondern die norwegische Übertragung Ole Andreas Aabels, die in Christiania bei Dahl erschien und sich an die Bibelübersetzung der Norwegischen Bibelgesellschaft anschloss. Die Titelaufnahme der Bibliothek nennt ihn mit seinen Lebensdaten. Achtzehn Jahre später wird daraus zitiert, und zwar auf Isländisch: Das Adventistenblatt Geislinn bringt 1929 in seinem ersten Heft zwei Stellen aus seiner Erklärung, zum siebten Kapitel des Römerbriefs und zum fünften des ersten Johannesbriefs. Quellen: Ritaukaskrá Landsbókasafnsins, 25. Jahrgang 1911, Heft 1, S. 11 (Tímarit.is, Seite 6856030); Landsbókasafn Íslands, Titelaufnahme 991004698699706886; Geislinn, 1. Jahrgang 1929, Heft 1, S. 19 und 21 (Tímarit.is, Seiten 5494412 und 5494414).

SEINE LETZTEN ZWEI TAGE, VON SEINEM BRUDER AUFGESCHRIEBEN

Wie er starb, hat sein Bruder Leopold aufgeschrieben, der dabei war. Ludwig hatte ihm die Nachricht von der gefährlichen Erkrankung geschickt; am 22. Oktober 1849 um fünf Uhr fuhr Leopold nach Berlin »und fand ihn im torpor, wahrscheinlich in Folge eines am Morgen eingetretenen Blutschlages«. Er blieb die Nacht, fuhr um halb sieben nach Potsdam zurück, um den König vor dessen Abreise zu sprechen, und war um ein Uhr wieder in Berlin: »Mit Otto war Alles beim Alten. Am Abend schien eine leise Besserung einzutreten. Schönlein und sein Arzt ordneten Begießungen an, die wenig wirkten. Gegen Abend wurde er unruhiger; am Morgen ließen sie sagen, er läge im Sterben. Um 10½ Uhr ging ihm der Athem aus. Snethlage hielt Gebete am Todtenbette.« Der Arzt am Bett war Johann Lukas Schönlein, der Leibarzt des Königs; der Beter war sein Amtsbruder Snethlage. Leopold fügt hinzu: »Ach wie schwer wird Politik, Geschäfts- und Hofleben nach solch einem Todesfall. Ich sah in ihm stets den jüngeren Bruder. Auch meine, oder vielmehr unsere politische Stellung wird durch seinen Tod eine ganz andere, da man uns doch immer als eine Einheit behandelte und nun die kirchliche Seite mehr zurücktreten wird.« Und wenige Zeilen später: »Warum wird mir das in meinem 60. Jahr auferlegt, während Otto schon im 49. stirbt?« Der König, als er es erfuhr, sagte, nun wisse er gar nicht, was aus dem Dom werden solle.

Acht Jahre später, als sein König erkrankte, griff der Bruder auf diesen Verlauf zurück: »Ich fürchte einen Verlauf wie bei meinem Bruder Otto. Schneller wiederkehrende Recidiven und endlich einen Schlag.« Das Tagebuch nennt damit weder Ruhr noch Cholera, sondern wiederkehrende Rückfälle und am Ende einen Schlaganfall. Quelle: Denkwürdigkeiten, Band 2, Berlin 1892, S. 540 (bsb11570991, Aufnahme 00552). Quelle: Denkwürdigkeiten aus dem Leben Leopold von Gerlachs, Band 1, Berlin 1891, S. 377 bis 379, Eintrag vom 30. Oktober 1849 (Bayerische Staatsbibliothek, bsb11570990, Aufnahmen 00385 bis 00387).

Die Londoner Sendung, von der die Kabinettsordre vom 31. Dezember 1845 rückblickend spricht, hat im Kultusministerium eine eigene Akte hinterlassen – drei Bände mit den Laufzeiten 1841–1843, 1843–1845 und 1846–1854, im Geheimen Staatsarchiv. Der Aktentitel nennt die Gesandten: den Hof- und Garnisonprediger Sydow, den Prediger Uhden, den Konsistorialrat von Gerlach und den Geheimen Oberbaurat Stüler. Damit steht neben dem gedruckten Königswort auch der Verwaltungsvorgang. Derselbe Bestand führt ihn ein zweites Mal, in der Sache des Handschuhmachers Puhlmann (1844–1846), und das Geheime Zivilkabinett ein drittes Mal: mit seiner Ernennung zum ordentlichen Honorarprofessor im Jahre 1849, dem letzten seines Lebens. Digitalisiert ist keine der drei Akten. Quellen: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 76, III. Sektion 1, Abteilung XVII, Nr. 134, Bände 1 bis 3, und Nr. 120; ebenda, I. HA Rep. 89 Nr. 21481.

DIE REISE VON 1842

Die Reise fällt in den Winter und Sommer 1842; 1845 ist das Jahr, in dem sein Bericht gedruckt erschien. Im Herbst 1841 meldeten die Zeitungen, der König habe die Absendung zweier Geistlicher nach England angeordnet, den Hofprediger Sydow selbst bestimmt und die Wahl des zweiten dem Minister Eichhorn überlassen, der Otto von Gerlach bestimmt habe. Den Zweck nannte eine Berliner Korrespondenz, die Anfang November 1841 im Altonaer Mercur, in der Leipziger Allgemeinen Zeitung und im Hamburgischen Correspondenten stand: Der König wollte sehen, wie London seine schnell wachsende Bevölkerung geistlich versorgt. Sydow und der Kandidat Uhden reisten voraus; Gerlach folgte Anfang Februar 1842 – »zu Anfang des Jahres 1842«, schreibt er selbst in der Vorrede seines Berichts, »in Gemeinschaft mit meinen mir damals schon vorangegangenen Freunden, Herrn Hofprediger Sydow in Potsdam und Herrn Prediger Uhden hieselbst«. Manche Blätter zählten auch den Prediger Heinrich Abeken zur Sendung, der sich bereits in London befand; die Düsseldorfer Zeitung nannte ihn an Uhdens Stelle. Mitte August 1842 waren Gerlach und Sydow wieder in Berlin. Seinen allgemeinen Bericht reichte er Ende 1842 ein; gedruckt erschien er 1845 in Potsdam: »Ueber den religiösen Zustand der Anglicanischen Kirche in ihren verschiedenen Gliederungen im Jahre 1842. Amtlicher Bericht«. Die Gründung des Bistums Jerusalem, die Friedrich Wilhelm IV. 1841 gemeinsam mit England betrieb, fiel in die Wochen, in denen die Reise vorbereitet wurde, und steht in ihrem Briefwechsel. Drei Briefe im Gerlach-Archiv gehören dazu: einer, den Christian Karl Josias Bunsen ihm am 8. Januar 1841 schrieb, einer, den er am 26. August 1841 an den König richtete, und einer an seinen Bruder Ludwig vom 1. März 1842, den das Findbuch ausdrücklich unter dem Stichwort »Bistum Jerusalem« führt. Aus derselben Reise stammt ein Brief aus Irland, den die Evangelische Kirchen-Zeitung 1842 abdruckte und der mit »O. v. Gerlach« gezeichnet ist. Quellen: Altonaer Mercur, 4. November 1841; Westfälischer Merkur, 12. November 1841 und 19. August 1842; Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung, 26. November 1841; Düsseldorfer Zeitung, 1. Februar und 1. August 1842; O. v. Gerlach, Ueber den religiösen Zustand der Anglicanischen Kirche, Potsdam 1845, Vorrede (Bayerische Staatsbibliothek, bsb10449126); Evangelische Kirchen-Zeitung, Band 30 (1842), Spalten 349 f.; Gerlach-Archiv der Universität Erlangen-Nürnberg, OT00213, OT01710 und ER02403.

WAS SEINE WEIGERUNG RECHTLICH TRUG

Dass er über Jahre Geschiedene nicht traute und dabei im Amt blieb, hatte einen Grund, den sein Bruder Leopold am 27. Januar 1857 in zwei Sätzen festhält. Der kirchliche Widerstand gegen das Eherecht habe sich behauptet »unter dem Schutz der Cabinetsordre von 1846, die zu Gunsten meines Bruders Otto und seiner wenigen Genossen erlassen worden war. König Friedrich Wilhelm III. und Altenstein hatten Otto noch mit Absetzung gedroht.«
Damit stehen zwei Daten fest, die die Akten des Konsistoriums in dieser Form nicht hergeben. Die Drohung mit der Absetzung fiel unter Friedrich Wilhelm III. und dem Kultusminister von Altenstein, also spätestens im Frühjahr 1840 – beide starben in jenem Jahr. Der Schutz kam sechs Jahre später vom Sohn, in Gestalt einer Kabinettsordre von 1846. Am 14. März 1855 kam der Bruder darauf zurück: Nachgeben würden »die gewiß nicht, die unter dem Caesaropapistischen Regiment Friedrich Wilhelms III. bereit waren, sich absetzen zu lassen, eher als nachzugeben, was ja auch meinem Bruder Otto angedroht worden ist.«
Wie die drei Brüder in dieser Sache zusammenwirkten, steht in einem Satz vom 17. März 1856: »In dem [Promemoria] über die Ehe spielen wir alle Drei mit: Ludwig mit seiner Schrift über die heutige Gestalt des Eherechts, Otto mit den Trauungs-Weigerungen, die er begonnen, ich mit meinem votum bei den Provinzialständen.« Sieben Jahre nach seinem Tod hing der Widerstand immer noch an seinem Namen.
Quelle: Denkwürdigkeiten aus dem Leben Leopold von Gerlachs, Band 2, Berlin 1892, S. 295, 405 und 470 (Bayerische Staatsbibliothek, bsb11570991, Aufnahmen 00307, 00417 und 00482).

DREIMAL IN DER NÄHE DES KÖNIGS

Das Tagebuch seines Bruders Leopold zeigt ihn dreimal unmittelbar neben Friedrich Wilhelm IV.
Im Dezember 1842 waren beide Brüder nach Charlottenburg zur Tafel befohlen und danach ins Kabinett gerufen. Es ging um die Einführung des Diakonats und der Diakonissen; der König wollte, die Kirche und sie allein solle alles tun. »Otto erwiederte, alles Große in der Kirche sei von einzelnen Bestrebungen ausgegangen, namentlich die Mönchsorden.«
Im Dezember 1844, als der ehemalige Bürgermeister Tschech wegen des Attentats auf den König hingerichtet werden sollte, erwog Friedrich Wilhelm IV. bis zuletzt eine Begnadigung: »daher die Cabinets-Ordre an Kleist und Uhdens Sendung zu meinem Bruder Otto noch am Freitage, um Tschech in die Seele zu reden.« Der Pfarrer von St. Elisabeth sollte den Verurteilten zur Reue bringen; hingerichtet wurde Tschech am 14. Dezember 1844.
Und im Februar 1849, mitten in den Kammerverhandlungen, sass der Bruder unter den Zuhörern: »Heut früh war der Gottesdienst im Dom sehr voll. Otto predigte über den Propheten Micha 6, 3 u. f.« Der Vers lautet: »Was habe ich dir gethan, mein Volk, und womit habe ich dich beleidiget? Das sage mir!«
Quelle: Denkwürdigkeiten aus dem Leben Leopold von Gerlachs, Band 1, Berlin 1891, S. 88, 101 und 300 (Bayerische Staatsbibliothek, bsb11570990, Aufnahmen 00096, 00109 und 00308).

DAS BIBELWERK IN BRITISCH-NORDAMERIKA

Elf Jahre nach seinem Tod erschien sein Pentateuch-Kommentar auf Englisch; wie weit er gekommen ist, zeigen vier kanadische Spuren.

1865 zitiert ihn eine in Toronto gedruckte Streitschrift über die Sklaverei im mosaischen Recht: »So the German commentator, Otto Von Gerlach, on Ex. 21« – so der deutsche Ausleger Otto von Gerlach zu 2. Mose 21. Es folgt seine Bemerkung, das mosaische Gesetz habe das Verhältnis von Herr und Sklave unter den Israeliten vorgefunden. Der Verfasser war ein presbyterianischer Prediger aus Kentucky, der die Kriegsjahre in Toronto verbrachte, und er verwendet den Satz für die Gegenwart. Otto hatte ihn über die Vergangenheit geschrieben. Der Unterschied ist der ganze Vorgang: Ein Ausleger wird zitiert, und die Zeitbestimmung fällt beim Zitieren weg.

Im November 1866 zitiert ihn eine presbyterianische Zeitschrift in Halifax über die Dichtung des Mose, mit der knappen Fussnote »O Von Gerlach«. 1885 steht sein Kommentar im Verkaufskatalog der Bibliothek eines verstorbenen Predigers in Halifax: »54A Downing, Rev Henry, commentary on the Pentateuch, translated from the German of Otto Von Gerlach, cambric, 8vo, pp 585. Phila, 1860«. Und 1889 führt ihn der gedruckte Katalog der Toronto Public Library im Verfasserregister der Handbibliothek: »Von Gerlach, Otto«. Ein Berliner Prediger, der nie über den Atlantik gefahren ist, stand damit vierzig Jahre nach seinem Tod in einer kanadischen Stadtbibliothek im Regal.

Quellen: Stuart Robinson, Slavery as recognized in the Mosaic civil law, Toronto: Rollo and Adam, 1865, S. 7; The Home and Foreign Record of the Presbyterian Church of the Lower Provinces of British North America, Bd. 6, November 1866, S. 285; Catalogue of books in Theology & General Literature (From the Library of the late Rev. Dr. Richey), Halifax 1885, S. 3; Toronto Public Library [Katalog], Toronto 1889, S. 378. Digitalisate: Canadiana (CRKN), oocihm.91118, 8_04281_71, 28876 und 26192. Übertragungen eigen.

DIE ERSTE PREDIGT

Sie fiel nicht in Berlin, sondern auf dem Gut. Der Lebensabriss, den die Ausgabe seines Bibelwerks von 1854 voranstellt, hält Ort, Monat und Bibelstelle fest: »Seine erste Predigt hielt er in der Kirche zu Rohrbeck in der Neumark, einer Besitzung seiner Familie, wo er im August 1823 über Luc. 17, 11–19. sprach und die Frage: ›Was muß ich thun, daß ich selig werde?‹ aus dem Texte beantwortete.«

Er war zweiundzwanzig. Der Text ist die Heilung der zehn Aussätzigen, von denen einer umkehrt und dankt. Zwölf Jahre später stand er an der Elisabethkirche im Berliner Norden; das Viertel an Rohrbeck gab er ab, als er in den Kirchendienst trat.

Quelle: Das Alte Testament nach Martin Luthers Uebersetzung, mit Einleitungen und erklärenden Anmerkungen von Otto von Gerlach, Berlin 1854, Lebensabriss S. IX, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek, bsb10271528.

Sources

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Date of birth
JvG 2015, S. 166–178
Date of death
JvG 2015, S. 166–178

Parents

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Spouses / partners

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