Skip to main content

Person record

Agnes von Raumer

* 15 August 1761 · Dessau† 1 April 1831 · Hartau, Lausitz
♀
Gender
female
Birth
15 August 1761 · Dessau
Death
1 April 1831 · Hartau, Lausitz
Age
69 years

Geboren am 15. August 1761 in Dessau, gestorben am 1. April 1831 in Hartau in der Lausitz. Ihr Vater war Regierungsdirektor in Anhalt-Dessau, ihre Mutter eine geborene von Waldow. Am 20. April 1786 heiratete sie Carl Friedrich Leopold von Gerlach.

Fünf Kinder kamen zur Welt, vier Söhne wurden erwachsen, und jeder von ihnen hat Spuren hinterlassen: Wilhelm am Oberlandesgericht, Leopold im Generalstab und am Hof, Ernst Ludwig auf der Richterbank und in der Politik, Otto auf der Kanzel. Die Tochter Sophie starb 1807 und hinterliess ein zehn Monate altes Kind. Dieser Verlust hat sie nie losgelassen; ihr Sohn Ernst Ludwig verweist dafür auf ihre Briefe.

Von ihr selbst ist wenig geblieben, und was geblieben ist, ist beiläufig: siebzehn eigenhändige Kochrezepte im Familienarchiv, ohne Datum, und der Satz ihres Sohnes, sie sei »mehr der Geselligkeit und Literatur zugeneigt« gewesen als ihr Mann. Sie ging ins Theater, las die Klassiker und den Platon Schleiermachers.

Nach dem Tod ihres Mannes 1813 lebte sie zwischen Rohrbeck und dem Berliner Haus, in dem die Adressbücher sie 1823 und 1824 führen. 1830 verliess sie die Neumark und zog in die Lausitz; ein halbes Jahr später starb sie dort.

Wo sie als Witwe wohnte, sagt das Allgemeine Adressbuch für Berlin von 1823: »v. Gerlach, A. geb. v. Raumer, verw. Präsidentin«, hinter der Katholischen Kirche – also hinter St. Hedwig. Unter derselben Anschrift stehen dort ihre Söhne, der Kammergerichtsrat Gustav Wilhelm und der Major Leopold. Zehn Jahre nach dem Tod ihres Mannes lebte die Familie also noch zusammen. Quelle: Allgemeines Adressbuch für Berlin auf das Jahr 1823, Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Das Haus, in dem sie als Witwe lebte, hat ihrem Mann gehört. Die »Nachweisung aller Eigenthümer« von 1801 führt ihn unter der Nummer 33 der Französischen Strasse, der letzten vor dem Platz »An der Katholischen Kirche«, und zugleich unter der Nummer 1 der Strasse »Hinter dem Opern-Hause« – ein Eckgrundstück am Opernplatz, neben der Hedwigskirche. Dort steht sie zehn Jahre nach seinem Tod im Berliner Adressbuch von 1823 als »verwitwete Präsidentin«, zusammen mit ihren Söhnen Gustav Wilhelm und Leopold.

Quelle des Nachtrags: Karl Neander von Petersheiden, Neue anschauliche Tabellen von der gesamten Residenz-Stadt Berlin, Berlin 1801, S. 33, 148 und 244; Digitalisat der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Der Jahrgang 1835 führt unter den von Gerlach noch immer eine »Präsidenten-Witwe, hinter der katholischen Kirche 1«. Da war sie seit vier Jahren tot und seit fünf Jahren nicht mehr in Berlin gemeldet. Der Setzer hatte die Zeile aus einem älteren Band übernommen und niemand sie gestrichen; erst im Jahrgang 1836 fehlt sie.

Quelle des Nachtrags: J. W. Boikes Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Jahrgänge 1835 und 1836, Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Parents

Siblings (1)

Spouses / partners

Children (5)

Cookies necessary for signing in, anonymous measurement without cookies. Privacy policy