Personenblatt
Johannes Sachse
- Geschlecht
- männlich
Sohn des Köthener Superintendenten Daniel Sachse und der Anna Schumann, Bruder der Anna Sachse, die Martin Gerlach heiratete. Bei seines Vaters Tod im Juni 1669 war er fürstlich anhaltischer Hofprediger zu Köthen – also am selben Ort und im selben Dienst wie der Vater. Ihm hatte der Vater gesagt, wo sein Lebenslauf und seine übrigen Schriften zu finden seien, und wie er ihn begraben solle. (Leichenpredigt auf M. Daniel Sachse, Köthen 1669, VD 17, 3:677870N, Bild 54, 55 und 59.)
BECKMANNS LEBENSLAUF: DIE GROSSE REISE UND DAS ENDE
Beckmanns Historie von 1710 gibt ihm einen eigenen Lebenslauf. Geboren ist er danach 1639 – die Grabschrift sagt: am Tag vor den Kalenden des März, also am 28. Februar –, studierte nach dem Gymnasium zu Jena, dann zu Groningen unter Maresius und Johannes Martini, und setzte 1661 fort; 1662 verteidigte er zu Franeker seine gedruckte Controversien-Summe »a Joh. Sachsio Anhaltino«. Über Frankfurt am Main und Heidelberg ging er nach Basel zu Buxtorf und Gernler, wurde dort fürs Predigtamt examiniert, weiter nach Genf zu Franz Turretin, nach Lyon – wo er den Einzug eines päpstlichen Legaten mit dem »grossen Status Clericatus Romani« ansah –, über Orléans nach Paris, wo er in der reformierten Kirche zu Charenton Daillé, Drelincourt und besonders Morus »oftmahls predigen hören«. Der Rückweg lief über Sedan, Lüttich und Herzogenbusch; Holland mied er wegen der dort grassierenden Seuche und kehrte über Bremen 1664 in sein Vaterland zurück.
Fürst Lebrecht und Fürst Emanuel machten ihn zum Hofprediger, und am 24. März 1670 wurde er »an stat des Vaters« Pastor und Superintendent; seine Antrittspredigt hielt er am Palmsonntag, und er stand dem Amt sechsundzwanzig Jahre vor. Von hypochondrischen Beschwerden und Magenleiden zunehmend geplagt, sorgte er noch eine halbe Stunde vor seinem Tod dafür, dass die Donnerstagspredigt versehen werde – »Ich muß sorgen/ ⟨so lange⟩ ich noch in dem Weinberge des HErrn ⟨bin⟩« –, und starb am 15. Juni 1696 abends zwischen sieben und acht Uhr, 57 Jahre, 3 Monate und 2 Wochen alt. Er wurde auf dem Köthener Gottesacker beim Vater beigesetzt; die Grabschrift nennt ihn als Sohn des Mag. Daniel Sachse und der Anna Schumann.
(Johann Christoph Beckmann, Historie Des Fürstenthums Anhalt, Theil 5/7, Zerbst: Tietze 1710, Teil VII, Cap. III, S. 359 und 360, und Teil III, S. 416; Exemplar der ULB Sachsen-Anhalt, AB BB 2391 (5/7), am Seitenbild gelesen.)